Für die soziale, antipolitisch und antinationale Selbstorganisation des Proletariats!

  • Die institutionalisierte ArbeiterInnenbewegung verteidigt(e) den demokratischen Kapitalismus

    Wir veröffentlichen hier den vierten abschließenden Teil des Textes „Der spanische BürgerInnenkrieg als innerkapitalistischer Konflikt“ aus der Broschüre „Der spanische BürgerInnenkrieg (1936-1939)“. Die Broschüre könnt Ihr hier für 5-€ (inkl. Porto) über Onlinemarktplatz für Bücher booklooker.de bestellen.

    CNT Barrikade am La Rambla Promenade. Barcelona Mai 1937

    Die institutionalisierte ArbeiterInnenbewegung verteidigt(e) den demokratischen Kapitalismus

    Nachdem wir im vorigen Kapitel die Niederlage des republikanisch-stalinistischen Blockes im BürgerInnenkrieg schilderten, wollen wir jetzt die erfolgreiche Konterrevolution dieses Blockes gegen das klassenkämpferische Proletariat beschreiben. Diese Konterrevolution entsprach sowohl den allgemeinen Entwicklungstendenzen des Antifaschismus als auch der institutionalisierten ArbeiterInnenbewegung. Der Antifaschismus ist die Ideologie und Praxis der Verteidigung der Demokratie gegen den Faschismus und artverwandter Regierungsformen wie zum Beispiel den Franquismus. Doch die Demokratie ist ebenfalls eine politische Ausdrucksform der sozialreaktionären Diktatur des Kapitals. Die institutionalisierte ArbeiterInnenbewegung reproduzierte und reproduziert die kapitalistische Klassengesellschaft in Form von bürgerlich-bürokratischen Apparaten und einer proletarischen Basis. Diese bürgerlich-bürokratischen Apparate sind strukturell unfähig und unwillig dazu die soziale Revolution zu organisieren, aber sie müssen aus Eigeninteresse die sozialreaktionäre Demokratie gegen den Faschismus bzw. artverwandte Regimes, welche die institutionalisierte ArbeiterInnenbewegung zerschlagen wollen, verteidigen. Doch ein Kampf gegen faschistische und artverwandte Strömungen, der von demokratischen Positionen aus erfolgt, kann nur inkonsequent sein – dafür muss er sich aber mit konterrevolutionärer Konsequenz gegen das Proletariat richten. (mehr …)

  • Der Putsch der Generäle

    Wir veröffentlichen hier den dritten Teil des Textes „Der spanische BürgerInnenkrieg als innerkapitalistischer Konflikt“ aus der Broschüre „Der spanische BürgerInnenkrieg (1936-1939)“. Die Broschüre könnt Ihr hier für 5-€ (inkl. Porto) über Onlinemarktplatz für Bücher booklooker.de bestellen.

    Barrikadenkämpfe um Montaña-Kaserne. Juli 1936 Madrid

    Der Putsch der Generäle

    Nachdem die Regierung aus der Radikalen Partei und den KlerikalfaschistInnen der CEDA sich im Klassenkampf gegen das Proletariat abgenutzt hatte, war im Februar 1936 die Zeit für den linken Flügel der Bourgeoisie, die RepublikanerInnen und die Partei- und Gewerkschaftsbonzen der institutionalisierten ArbeiterInnenbewegung – einschließlich der CNT-Bürokratie – gekommen, um bei der Gestaltung der kapitalistischen Politik den rechten Flügel abzulösen. Bei der Sozialistischen Partei waren die Zeiten, in denen sie sich an Phrasen über „Revolution“ und „Diktatur des Proletariats“ berauschte, im Januar 1936 endgültig vorbei. Wie bei den StalinistInnen die „Dritte Periode“, in denen sie ihren reaktionären Charakter hinter noch radikaler klingenden Phrasen verbargen. Ab 1935 war die P„C“E wie die gesamte „Kommunistische“ Internationale auf Volksfrontbündnisse mit dem demokratischen Flügel der Bourgeoisie gegen das Proletariat und gegen den Faschismus eingeschworen. Auch die trotzkistischen „Linken Kommunisten“ gab es inzwischen nicht mehr. Sie hatten sich mit dem rechts-„kommunistischen“ Arbeiter- und Bauernblock im September 1935 zur Partido Obrero de Unification Marxista (POUM, Arbeiterpartei für Marxistische Einheit) zusammengeschlossen. Die POUM war eindeutig nicht trotzkistisch, wurde aber so von den StalinistInnen bezeichnet. Die Anhänger Trotzkis bildeten bis Frühjahr 1937 eine kleine Minderheit in dieser Partei. Auch der rechte Flügel des Anarchosyndikalismus gebar eine politische Partei, die Syndikalistische Partei. Diese von Pestana geführte Formation war die institutionalisierte Verneinung der progressiven antiparlamentarisch-antipolitisch-staatsfeindlichen Tendenzen des Anarchismus. (mehr …)

  • Neue Broschüre: Kommunismus und Feminismus

    Unsere neue Broschüre: „Kommunismus und Feminismus“ (ca. 124 Seiten) von Soziale Befreiung (Hg.) ist da. Die Broschüre könnt Ihr hier für 5-€ (inkl. Porto) über Onlinemarktplatz für Bücher booklooker.de bestellen.

    Inhalt

    Einleitung
    Kommunismus
    1. Die revolutionären Tendenzen des reproduktiven Klassenkampfes
    2. Die revolutionäre Selbstaufhebung des Proletariats
    3. Die klassen- und staatenlose Gesellschaft
    4. Der geistig-ethische Ausdruck des weltrevolutionären Prozesses

    Kommunistische Kritik der (klein)bürgerlichen Frauenbewegungen
    I. Alte bürgerliche Frauenbewegung
    1. Bürgerliche Frauenbewegungen im Industriekapitalismus
    2. Bürgerliche Frauenemanzipation bis „1968“
    II. Die „proletarische“ und „sozialistische“ Frauenbewegung
    1. Der patriarchale Charakter der institutionalisierten ArbeiterInnenbewegung
    2. Die „proletarische“ Frauenbewegung als Teil der institutionalisierten ArbeiterInnenbewegung
    3. „Sozialistische“ Frauenorganisationen im (Staats-)Kapitalismus

    III. Neue kleinbürgerliche Frauenbewegung
    1. Geburt und Entwicklung der kleinbürgerlichen Frauenbewegung
    2. Die Integration in den Kapitalismus
    3. Klassenübergreifende Frauenbewegung und proletarischer Klassenkampf

    Marxismus, Anarchismus, Feminismus und das Patriarchat
    1. Für eine materialistisch-dialektische Kritik des Patriarchats!
    2. Die Reproduktion des Patriarchats durch Marxismus, Anarchismus und Feminismus
    3. Bürgerliche Frauenemanzipation oder revolutionärer Kampf gegen das Patriarchat?

    Kommunismus und Feminismus – ein Fazit
    1. Der Feminismus als Ideologie der bürgerlichen Frauenemanzipation
    2. Der Kommunismus als revolutionärer Kampf gegen das kapitalistische Patriarchat

    Kommunismus und Feminismus – ein Fazit

    1. Der Feminismus als Ideologie der bürgerlichen Frauenemanzipation

    Nach der marxistischen Feministin Frigga Haug, und „wie z.B. im Brockhaus seit 50 Jahren unverändert nachzulesen ist“, ist Feminismus „ein Eintreten für die Beteiligung der Frauen am öffentlichen und kulturellen Leben.“ (Frigga Haug, Der im Gehen erkundete Weg. Marxismus-Feminismus, a.a.O., S. 31.) Nun ja, die bürgerliche Frauenemanzipation ist hier sehr sanft formuliert, es fehlt sogar das Wort „gleichberechtigt“. Nach der ebenfalls aus der marxistisch-linkssozialdemokratischen Tradition stammenden Gisela Notz „können mit Feminismus die theoretisch-wissenschaftlichen Bemühungen der Frauenbewegung bezeichnet werden, die Diskriminierung des weiblichen Geschlechts als Barriere wissenschaftlicher (und praktischer) Erkenntnis wahrzunehmen und Handlungsstrategien zu entwickeln, um sie zu überwinden. Feminismus bezeichnet deshalb auch eine Bewegung, die sich für politisch-praktische Maßnahmen zur Verbesserung der Lebenschancen von Frauen einsetzt und Kampagnen und Aktionen initiiert, um auf die Missstände aufmerksam zu machen und Verbündete zu deren Behebung zu gewinnen.“ (Gisela Notz, Feminismus, a.a.O., S. 9.) Auch dies klingt ziemlich weichgespült, ebenso wie der Feminismus tatsächlich in seinen Hauptströmungen ist. Nur eine radikalmarxistische und anarchistische Minderheit des Feminismus würde diesen als revolutionären Kampf gegen das kapitalistische Patriarchat definieren, so wie wir den Kommunismus verstehen. Nun, wir bezeichnen in Übereinstimmung mit den zwei oben zitierten linkssozialdemokratischen Damen Haug und Notz den Feminismus als Ideologie der bürgerlichen Frauenemanzipation innerhalb des Kapitalismus.

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  • Klassenkämpfe in Spanien (1931-1936)

    Wir veröffentlichen hier den zweiten Teil des Textes „Der spanische BürgerInnenkrieg als innerkapitalistischer Konflikt“ aus der Broschüre „Der spanische BürgerInnenkrieg (1936-1939)“. Die Broschüre könnt Ihr hier für 5-€ (inkl. Porto) über Onlinemarktplatz für Bücher booklooker.de bestellen.

    Bewaffnete Bergarbeiter während des proletarischen Aufstandes in Asturien. Oktober 1934

    Klassenkämpfe in Spanien (1931-1936)

    Nach unserem kurzen Einblick in die Geschichte des spanischen Kapitalismus, wollen wir nun die Klassenkämpfe zwischen dem Ausrufen der Republik und den Putsch der Generäle etwas genauer beschreiben. Wir werden bereits in diesem Kapitel die Parteien und Gewerkschaften der institutionalisierten ArbeiterInnenbewegung einer radikalen Kritik unterziehen. Dabei versuchen wir auch zu beschreiben, wie aus unserer heutigen Sicht wirklich sozialrevolutionäre Gruppen und Strömungen sich hätten verhalten müssen. Diese Darstellung zeigt uns als proletarische RevolutionärInnen im Gegensatz zu den ordentlich bezahlten BerufswissenschaftlerInnen. Allerdings ist diese Herangehensweise auch nicht unproblematisch. Nicht etwa deshalb, weil unsere heutige Position es damals überhaupt nicht gegeben hätte. Doch, das Fundament unserer heutigen revolutionären Positionen gab es damals schon, verkörpert im parteien- und gewerkschaftsfeindlichen Rätekommunismus und in der scharfen Demokratie- und Antifaschismus-Kritik des parteienförmigen italienischen Linkskommunismus. Wie wir an Hand von Originalzitaten von Links- und RätekommunistInnen in unserer Schrift Die antifaschistische Volksfront gegen das Proletariat nachweisen werden, bezogen diese auch in den Grundfragen damals Positionen, die wir auch heute beziehen. Doch in Spanien gab es diese Strömungen eben nicht. Die Nichtexistenz links- oder rätekommunistischer Strömungen ist durchaus ein Ausdruck des Klassenkampfes und des Klassenbewusstseins des damaligen Proletariats in Spanien gewesen. Es ist also nicht unproblematisch, wenn wir das nach unserer heutigen Meinung notwendige Verhalten von damals nicht in Spanien vorhandenen bewusst revolutionären Strömungen zu umschreiben versuchen. Aber wir tun das trotzdem, eben weil wir keine kleinbürgerlichen Stubengelehrten, sondern proletarische RevolutionärInnen sind. Auch wollen wir damit den Verleumdungen der ReformistInnen aller Schattierungen, wir seien unpraktische, nur Ideologie produzierende SektiererInnen, entgegentreten. (mehr …)

  • Der spanische BürgerInnenkrieg als innerkapitalistischer Konflikt

    Zum 80. Jahrestag des Beginns des spanischen BürgerInnenkrieges veröffentlichen wir den ersten einer ganzen Reihe von Texten. Dies geschieht unter der gemeinsamen Überschrift „Der spanische BürgerInnenkrieg als innerkapitalistischer Konflikt“. Im ersten Text wird die Entstehung und Entwicklung des spanischen Kapitalismus beschrieben. Die Broschüre „Der spanische BürgerInnenkrieg (1936-1939)“ könnt Ihr hier für 5-€ (inkl. Porto) über Onlinemarktplatz für Bücher booklooker.de bestellen.

    Streikende Arbeiter bauen bei Unruhen in Valencia im Frühjahr 1932 mit Hilfe eines Straßenbahnwagens eine Barrikade

    Der spanische Kapitalismus

    Um den spanischen BürgerInnenkrieg zwischen 1936 und 1939 zu verstehen, muss mensch sich mit der Entwicklung des spanischen Kapitalismus bis zum „Ausbruch“ dieses innerkapitalistischen Konfliktes beschäftigen. Da sich die Entwicklung des spanischen Nationalkapitals nicht im luftleeren Raum, sondern im Rahmen des Weltkapitalismus vollzog, werden wir diese Wechselbeziehung im Auge behalten. Für SozialrevolutionärInnen ist das Kapital in erster Linie ein soziales Verhältnis zwischen Bourgeoisie (mehr oder weniger verbürgerlichte GroßgrundbesitzerInnen, KapitalistInnen, hohe WirtschaftsmanagerInnen, hohe BerufspolitikerInnen sowie hohe zivile und militärische StaatsbeamtInnen) und Proletariat (die lohnabhängige ArbeiterInnenklasse und die nichtlohnarbeitenden eigentumslosen Schichten), mit dem KleinbürgerInnentum (KleinbäuerInnen, HandwerkerInnen und KleinhändlerInnen als klassisches besitzendes KleinbürgerInnentum mit Privateigentum an Produktionsmitteln, durch Stellung und Bildung privilegiertes lohnabhängiges KleinbürgerInnentum [IngenieurInnen, PolizistInnen, ÄrztInnen, LehrerInnen…] sowie kleine BerufspolitikerInnen bzw. solchen von Strömungen, die noch nicht vollständig von der Bourgeoisie anerkannt sind) als Puffer. Wir geben also unseren Kurzeinblick in den spanischen Kapitalismus als eine Erzählung von Klassenkämpfen. Genau wie die sozialökonomische Entwicklung des spanischen Nationalkapitals nur in seiner Wechselwirkung mit den anderen Nationakapitalen – die zusammen das Weltkapital bilden – zu verstehen ist, ist die Entwicklung des Proletariats und der institutionalisierten ArbeiterInnenbewegung in Spanien nur im Verhältnis zum Weltproletariat und der internationalen institutionalisierten ArbeiterInnenbewegung zu begreifen. Wir erzählen also die Geschichte des spanischen Proletariats als die eines Teiles des Weltproletariats. (mehr …)

  • Neue Broschüre: Frauen im Kapitalismus

    Unsere neue Broschüre: „Frauen im Kapitalismus“ (ca. 124 Seiten) von Soziale Befreiung (Hg.) ist da. Die Broschüre könnt Ihr hier für 5-€ (inkl. Porto) über Onlinemarktplatz für Bücher booklooker.de bestellen.

    Inhalt

    Einleitung

    Gesellschaftliche Klassen und soziale Geschlechterrollen
    1. Soziale Klassen
    2. Soziale Geschlechterrollen
    3. Die patriarchale Spaltung der Klassen
    4. Die Klassenspaltung der Geschlechter
    5. Klassen- und Geschlechterspaltung im Vergleich und in ihrer
    gegenseitigen Durchdringung

    Biosoziale Reproduktion, Familie, PartnerInnenschaft und Sexualität

    1. Die bürgerlich-patriarchale Familie als biosoziales Reproduktionsverhältnis
    2. Kapital, Staat, Kirche und biosoziale Reproduktion
    3. Individualisierung, Familienkult und Sexindustrie
    4. Gewalt und sexuelle Belästigung
    5. Sexarbeit

    Der Klassenkampf der Proletarierinnen

    1. Alltagsklassenkampf
    2. Gewerkschaftlich „geführte“ Streiks
    3. Wilde Streiks
    4. Proletarierinnen in militanten und revolutionären Kämpfen
    5. Die revolutionäre Selbstaufhebung der Proletarierinnen

    Alltagsklassenkampf

    Im alltäglichen selbstorganisiertem Klassenkampf wehren sich die Arbeiterinnen oft gegen die stumpfsinnige Organisation und die Monotonie der Lohnarbeit, wie zum Beispiel der Bericht eines ehemaligen Luxusdampfer-Zimmermädchens verdeutlicht: „Nach dem Schulabschluss jobbte ich drei Monate lang als Stewardess auf einem kleinen Luxuskreuzfahrtschiff. Einer dieser Traumjobs, wenn man nichts davon weiß. Auf 280 Passagiere kamen 220 Crewmitglieder. Die Gäste waren superreiche Leute, die beim Einchecken alles abgaben: ihr Geld, ihr Leben, ihr Hirn. Und wir waren dazu da, sie wie Babys zu behandeln, ihnen jeden Wunsch von den Augen abzulesen und möglichst sofort zu erfüllen.
    Das waren Leute, die managten ganze Konzerne, wohnten in fünf Villen, reisten in der Welt herum, waren vielleicht schon zum fünften Mal auf diesem Kreuzfahrtschiff und dann riefen sie dich, damit du die Klospülung in ihrer Suite betätigst und das nicht einmal, sondern jedes Mal. Oder es kamen so weltfremde Meldungen wie: ,Was ich mich immer schon gefragt habe, schläft die Crew eigentlich auch an Bord?‘ ,Nein, wir werden jede Nacht ausgeflogen‘, hätte ich sagen sollen, aber das hätte dem Höflichkeitsgebot widersprochen. Wir durften zu den Gästen auch nie ,Nein‘ sagen: Was für absurde Wünsche sie auch äußerten. Sie durften während ihres ganzen Aufenthaltes kein Nein hören, höchstens auf die Frage, ob es an Bord Kakerlaken gäbe. Die waren streng geheim. (mehr …)

  • Der sowjetische Imperialismus vor und während des Zweiten Weltkrieges

    Zum 71. Jahrestag „der Befreiung“ veröffentlichen wir einen Auszug aus der Broschüre „Der sowjetische Staatskapitalismus und Imperialismus (1917-1991)“ über den sowjetischen Imperialismus vor und während des Zweiten Weltkrieges. Die Broschüre könnt Ihr hier für 5-€ (inkl. Porto) über Onlinemarktplatz für Bücher booklooker.de bestellen.

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    Molotow, Stalin, von Ribbentrop und Gaus vor der Unterzeichnung des Hitler-Stalin-Pakts

    Die Außenpolitik der Sowjetunion vor und während des Zweiten Weltkrieges ist von der verzweifelten Suche nach privatkapitalistischen Bündnispartnern gekennzeichnet. Zuerst klopfte Stalin bei den demokratischen Imperialismen an. Im spanischen BürgerInnenkrieg (1936-1939) zwischen Demokratie und Franco-Faschismus stellte die UdSSR ihre konterrevolutionären Qualitäten den Demokratien zur Schau. Großbritannien und Frankreich verhielten sich offiziell neutral zum spanischen BürgerInnenkrieg, doch ihre „Neutralität“ begünstigte objektiv Franco. Stalin stellte sich auf die Seite der Demokratie und verteidigte sie mit NKWD-Folterkeller in Spanien. Die blutige stalinistische Repression der Volksfront richtete sich gegen alle, die mehr wollten, als gegen die Franco-FaschistInnen die Demokratie zu verteidigen, sogar gegen den linken Flügel der Volksfront. Moskau gab Großbritannien und Frankreich durch diesen konterrevolutionären Terror zu verstehen, dass die Sowjetunion auch ein guter Bluthund zum Schutz des Privatkapitals sein konnte. Als dennoch kein Bündnis mit den Demokratien zu Stande kam und Frankreich vom deutschen Imperialismus bedroht wurde, begann der Flirt mit Nazi-Deutschland.
    Während des Nichtangriffspaktes mit Deutschland zwischen 1939 und 1941 versuchte sich die UdSSR in imperialistischer Politik gegen schwächere privatkapitalistische Nationen. In der Umarmung zwischen Hitler und Stalin von 1939 wurde Polen zerquetscht. Während Deutschland Westpolen annektierte, schluckte die UdSSR Ostpolen. Auch die imperialistische Einverleibung der baltischen Regimes Estland, Lettland und Litauen verlief erfolgreich. Am 28. September 1939 nahm Stalin persönlich Verhandlungen mit den baltischen Ländern auf. Der sowjetische Imperialismus zwang den drei Regimes sowjetische Garnisonen auf ihrem Territorium auf, versprach ihnen aber gleichzeitig in neuen Verträgen Souveränität. Doch das war nur eine diplomatische Lüge. Nach der Niederlage Frankreichs 1940 wurden die baltischen Staaten in die UdSSR einverleibt. Auch Rumänien wurde vom sowjetischen Imperialismus zum Abtritt von Bessarabien und der nördlichen Bukowina gezwungen. Diese imperialistischen Einverleibungen waren eindeutig Teil des Hitler-Stalin-Paktes. (mehr …)

  • Der DGB gegen unsere Interessen und Bedürfnisse

    Die­ses Flug­blatt wurde bei der 1. Mai De­monstration in Nürn­berg ver­teilt.

    Heute ist wieder 1. Mai und in vielen deutschen Städten finden wieder von den Gewerkschaften – von denen die meisten dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) angehören – organisierte und schon lange ritualisierte Demonstrationen und Kundgebungen statt. Auf ihnen werden die hauptamtlichen GewerkschaftsfunktionärInnen wieder mehr oder weniger „kämpferische“ Reden halten, denen wir, die proletarische Basis, zustimmenden Applaus spenden sollen. Dann können wir ein wenig essen und trinken und wieder nach Hause gehen, nachdem wir den Wirtschaftsbossen und den Politschranzen durch unsere „Kampfdemonstration“ mal wieder richtig gezeigt haben, wo der Hammer hängt!
    Es können natürlich auch Störungen auftreten. So wie beim 1. Mai 2015 im thüringischen Weimar. Dort konnten Nazis eine Kundgebung des „großen und mächtigen“ DGB sowie von SPD und Linkspartei angreifen und 15 Menschen verletzen. Dieses Beispiel zeigt neben vielen anderen, dass die DGB-Demos am 1. Mai allesmögliche sind – nur eben nicht „kämpferisch“. Auch aus dem Alltag der DGB-Gewerkschaften, also dem so genanntes „Kerngeschäft“, ergeben sich nicht gerade vernünftige Gründe, warum wir am 1. Mai ehrfurchtsvoll dessen Bonzen lauschen und applaudieren sollten. (mehr …)

  • Neue Broschüre: Schriften zum Klassenkampf V

    Unsere neue Broschüre: “ Schriften zum Klassenkampf V“ (ca. 124 Seiten) von Soziale Befreiung (Hg.) ist da. Die Broschüre könnt Ihr hier für 5-€ (inkl. Porto) über Onlinemarktplatz für Bücher booklooker.de bestellen.

    Inhalt

    Einleitung

    Die nichtlohnarbeitenden Schichten des Proletariats
    1. Zur Begriffsbildung
    2. Erwerbslose Menschen
    3. Obdachlose Menschen
    4. Ethnisierung, Ghettoisierung und Kriminalisierung des unproduktiven Elends
    5. Die nichtlohnarbeitenden Schichten als Teil des Klassenkampfes

    Negativ freie ProletarierInnen
    1. Zum Begriff
    2. Grauzone Praktikum und sozialstaatlich ermöglichte bzw. erzwungene Arbeit
    3. Grauzone Arbeitsmigration
    4. Flüchtlinge
    5. Inhaftierte Menschen

    KleinbürgerInnentum und kleinbürgerliche Tendenzen im Proletariat
    I. Das KleinbürgerInnentum
    1. Das produktionsmittelbesitzende bzw. selbständige KleinbürgerInnentum
    2. Das lohnabhängige KleinbürgerInnentum
    3. Die Intellektuellen
    II. Die kleinbürgerlichen Tendenzen des Proletariats
    1. Die Kleinbürgerlichkeit des Proletariats
    2. Die institutionalisierte ArbeiterInnenbewegung
    III. Klassenkampf und Kleinbürgerlichkeit
    1. Die Widersprüchlichkeit des reproduktiven Klassenkampfes
    2. Proletarischer Klassenkampf und kleinbürgerlicher sozialer Protes
    3. Prekarisierung, Ruinierung und Proletarisierung des KleinbürgerInnentums
    4. Die revolutionäre Selbstaufhebung des Proletariats als die Überwindung
    der Kleinbürgerlichkeit

    Obdachlose Menschen

    Laut dem bundesdeutschen Armutsbericht, den der Paritätische Wohlfahrtsverband am 23. Februar 2016 präsentierte, gibt es in der BRD rund 335.000 obdachlose Menschen. Seit der Annexion der DDR durch die bundesdeutsche Bourgeoisie erfroren in der BRD bis November 2015 300 obdachlose Menschen. So erging es im Dezember 2009 zehn von ihnen, und im Januar 2010 vier… Oberflächlich gesehen war es die klimatische Kälte, an der sie starben, aber im tieferen Sinne starben sie an der asozialen Gnadenlosigkeit und zwischenmenschlichen Eiseskälte im Kapitalismus. (mehr …)

  • Kronstadt und die Dekadenz des Parteimarxismus

    Zum 95. Jahrestag des Kronstädter Aufstandes veröffentlichen wir das Kapitel „Kronstadt und die Dekadenz des Parteimarxismus“ aus der Broschüre „Schriften zur russischen Revolution“. Der Aufstand der Kronstädter Matrosen bleibt immer noch für viele SozialrevolutionärInnen ein Leuchtturm des revolutionäres Kampfes.

    Russische Revolution

    Kronstadt und die Dekadenz des Parteimarxismus

    Der Aufstand der Kronstädter Matrosen im März 1921 war der tragische Höhepunkt der russischen Revolution, der notwendigerweise in einer Niederlage enden musste, weil für einen revolutionären Sieg jede Voraussetzung fehlte. In ihm kämpfte die soziale Avantgarde der russischen Revolution, die Matrosen von Kronstadt, gegen die bolschewistisch-staatskapitalistische Konterrevolution. Es war das letzte Aufbäumen der proletarisch-revolutionären Selbstorganisation im Klassenkampf, bevor sie im Blut erstickt worden ist. „Kronstadt!“ ist und bleibt der Stachel im Arsch des Parteimarxismus.
    Red Devil schrieb über die Entwicklung des Kronstädter Aufstandes: „Kronstadt selbst war eine befestigte Insel, die – vor Petrograd gelegen – zum Schutz der Hauptstadt gedacht war und deren Befestigungsanlagen dementsprechend zur Land abgewandten Seite ausgerichtet waren. Die Bevölkerung Kronstadts umfasste ungefähr 50.000 Menschen, darunter befanden sich die Mannschaften der baltischen Flotte, Soldaten der Garnisonen und einige Tausend Angestellte, Beamte, Handwerker, Offiziere, Werftarbeiter und deren Angehörige.
    Die Kronstädter waren stets an der Spitze der revolutionären Bewegung gewesen. Das beweisen Meutereien und Revolten der Kronstädter gegen den Zaren (z.B. im Juli 1906 und im Jahr 1910) und später dann gegen die Regierung unter Kerenski als sie die Kommune von Kronstadt ausriefen. Es war der Kronstädter Panzerkreuzer ,Aurora‘, der das Signal zum Anfang der Oktoberrevolution gab und es waren ebenfalls die Kronstädter Matrosen, die das Telegrafenamt, die Staatsbank und weitere strategische Punkte der Hauptstadt besetzten. All dies hatte Trotzki dazu veranlasst zu schreiben: ,Die Matrosen von Kronstadt sind der Stolz und Ruhm der russischen Revolution.‘ Und Matrosen galten schlechthin als die fortgeschrittensten Elemente der Gesellschaft, da sie sich zumeist aus der Arbeiterklasse rekrutierten und meist auch schon vor 1917 Kontakt zu revolutionären Gruppen unterhielten. (…) (mehr …)

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