Kategorie: klassenkampf

  • Kronstadt und die Dekadenz des Parteimarxismus

    Zum 95. Jahrestag des Kronstädter Aufstandes veröffentlichen wir das Kapitel „Kronstadt und die Dekadenz des Parteimarxismus“ aus der Broschüre „Schriften zur russischen Revolution“. Der Aufstand der Kronstädter Matrosen bleibt immer noch für viele SozialrevolutionärInnen ein Leuchtturm des revolutionäres Kampfes.

    Russische Revolution

    Kronstadt und die Dekadenz des Parteimarxismus

    Der Aufstand der Kronstädter Matrosen im März 1921 war der tragische Höhepunkt der russischen Revolution, der notwendigerweise in einer Niederlage enden musste, weil für einen revolutionären Sieg jede Voraussetzung fehlte. In ihm kämpfte die soziale Avantgarde der russischen Revolution, die Matrosen von Kronstadt, gegen die bolschewistisch-staatskapitalistische Konterrevolution. Es war das letzte Aufbäumen der proletarisch-revolutionären Selbstorganisation im Klassenkampf, bevor sie im Blut erstickt worden ist. „Kronstadt!“ ist und bleibt der Stachel im Arsch des Parteimarxismus.
    Red Devil schrieb über die Entwicklung des Kronstädter Aufstandes: „Kronstadt selbst war eine befestigte Insel, die – vor Petrograd gelegen – zum Schutz der Hauptstadt gedacht war und deren Befestigungsanlagen dementsprechend zur Land abgewandten Seite ausgerichtet waren. Die Bevölkerung Kronstadts umfasste ungefähr 50.000 Menschen, darunter befanden sich die Mannschaften der baltischen Flotte, Soldaten der Garnisonen und einige Tausend Angestellte, Beamte, Handwerker, Offiziere, Werftarbeiter und deren Angehörige.
    Die Kronstädter waren stets an der Spitze der revolutionären Bewegung gewesen. Das beweisen Meutereien und Revolten der Kronstädter gegen den Zaren (z.B. im Juli 1906 und im Jahr 1910) und später dann gegen die Regierung unter Kerenski als sie die Kommune von Kronstadt ausriefen. Es war der Kronstädter Panzerkreuzer ,Aurora‘, der das Signal zum Anfang der Oktoberrevolution gab und es waren ebenfalls die Kronstädter Matrosen, die das Telegrafenamt, die Staatsbank und weitere strategische Punkte der Hauptstadt besetzten. All dies hatte Trotzki dazu veranlasst zu schreiben: ,Die Matrosen von Kronstadt sind der Stolz und Ruhm der russischen Revolution.‘ Und Matrosen galten schlechthin als die fortgeschrittensten Elemente der Gesellschaft, da sie sich zumeist aus der Arbeiterklasse rekrutierten und meist auch schon vor 1917 Kontakt zu revolutionären Gruppen unterhielten. (…) (mehr …)

  • Neue Broschüre: Der chinesische Kapitalismus 2. Teil von 1979 bis heute

    Unsere neue Broschüre: „Der chinesische Kapitalismus 2. Teil von 1979 bis heute“ (ca. 124 Seiten) von Soziale Befreiung (Hg.) ist da. Die Broschüre könnt Ihr hier für 5-€ (inkl. Porto) über Onlinemarktplatz für Bücher booklooker.de bestellen.

    Inhalt

    Einleitung

    I. Die Transformation zum Privatkapitalismus
    1. Die Privatisierung der Landwirtschaft
    2. Die marktwirtschaftliche Umgestaltung des staatlichen Sektors
    3. Die Entwicklung der Privatwirtschaft in Industrie und Handel
    4. Der Finanzsektor
    5. Genossenschaften als kleinbürgerlich-kollektive Warenproduktion
    6. Soziale und ökologische Folgen der Kapitalvermehrung
    7. Kontinuität und Veränderung im politideologischen Überbau

    II. Die Stellung Chinas im Weltkapitalismus (ab 1979)
    1. Kapitalimport und -export
    2. Warenexport und -import
    3. China in der globalen Offensive des Privatkapitals
    4. China in der globalen Wirtschaftsentwicklung
    5. China in der globalen Konkurrenz der Nationalismen

    III. Klassenkämpfe
    1. Einige Klassenkämpfe
    2. Leben und Kampf der WanderarbeiterInnen
    3. Raue Formen der proletarischen Diktatur und sozialreformistische
    Befriedungsstrategien
    4. Es gibt kein Zurück in die Zukunft
    5. Sozialrevolutionäre Perspektiven

    6. Soziale und ökologische Folgen der Kapitalvermehrung

    Aus Geld mehr Geld machen! Das ist der ganze Sinn der kapitalistischen Produktionsweise. Die maß- und grenzenlose Vermehrung des verselbständigten Ausdruckes des Tauschwertes nimmt kaum Rücksicht auf die biosozialen Reproduktionsbedürfnisse der menschlichen Arbeitskräfte und der Regenerierungsnotwendigkeiten der natürlichen Umwelt. Die Umwelt schonen? Das kostet zu viel Geld! Teurer Arbeitsschutz? Wir sind hier nicht bei der Heilsarmee! Die Zwangsgesetze des globalen kapitalistischen Konkurrenzkampfes zwingen den Einzel- und den Nationalkapitalen Sparsamkeit an Geld und Verschwendung an menschlichen Arbeitskräften und natürlichen Ressourcen auf. Da die Staaten im Weltkapitalismus entweder ideelle oder praktische Gesamtkapitalisten (siehe Kapitel I.7) sind, sind auch sie der Vermehrung der Nationalkapitale verpflichtet. Natürlich, ganz besonders krasse Fälle von schonungsloser Ausbeutung gefährden die biosoziale Reproduktion der menschlichen Gesellschaft und die Regeneration der Natur. Deshalb schützen die Nationalstaaten mehr schlecht als recht durch nationale Gesetze und internationale Verträge die menschlichen Arbeitskräfte und die Natur gegenüber der kapitalistischen Überausbeutung, auf das sich die „normale“ Ausbeutung reproduzieren kann. Aber schon die „normale“ kapitalistische Ausbeutung ist gnadenlos gegenüber Mensch und Natur und die Grenzen zur Überausbeutung sind sehr fließend. Die sozialen und ökologischen Folgen der maß- und grenzenlosen Kapitalvermehrung sind entsprechend. (mehr …)

  • Vortrag bei der Literatrurmesse

    Wir veröffentlichen hier den Vortrag, der auf der Literaturmesse im Rahmen der Vorstellung der Broschürenreihe „Schriften zum Klassenkampf“ in Nürnberg, den 31. Oktober 2015 gehalten wurde.

    Sicherheitskräfte helfen Air-France-Vorstandsmitglied Pierre Plissonnier über den Zaun. 2.Dez. 2015. AFP
    Schriften zum Klassenkampf ist eine unregelmäßig erscheinende Serie der Sozialen Befreiung mit Texten über die globalen Auseinandersetzungen des Proletariats mit Kapital, Staat und Patriarchat vom Ende des 18. bis ins 21. Jahrhundert. Bisher sind vier Ausgaben erschienen.
    Der Klassenkampf im Kapitalismus wird zwischen den EigentümerInnen der Produktionsmittel und dem eigentumslosen Proletariat geführt. Beim kapitalistischen Eigentum an den Produktionsmitteln kann zwischen Privateigentum und institutionellem Eigentum (z. B. das von Kirchen, Parteien, Gewerkschaften und Staaten) unterschieden werden. Es ist innerhalb der kleinbürgerlichen politischen Linken weit verbreitet, den Kapitalismus auf Privatunternehmen zu reduzieren. Aber auch wenn der Staat die Mehrheit der Produktionsmittel besaß, wie in der Sowjetunion, in der DDR, in China bis 1978 oder auf dem heutigen Kuba bis heute besitzt, reden wir von Kapitalismus, von Staatskapitalismus. Wir reden also Klartext gegenüber dem Parteichinesisch aller Schattierungen, das die staatskapitalistischen Regimes als Sozialismus beziehungsweise als „bürokratisch deformierte ArbeiterInnenstaaten“ verklärt. Im Staatskapitalismus war und ist der Staat der Eigentümer der wichtigsten Produktionsmittel, das eigentumslose Proletariat vermietet die Arbeitskraft ähnlich wie im Privatkapitalismus an den staatlichen Produktionsmittelbesitzer. Den Klassenkämpfen im staatskapitalistischen Osteuropa und den in von der BRD friedlich annektierten Ostdeutschland, beschreiben wir ausführlicher in Schriften zum Klassenkampf II. (mehr …)

  • Neue Broschüre: Globale Klassenkämpfe (2013-2015)

    Unsere neue Broschüre: „Globale Klassenkämpfe (2013-2015)“ (ca. 124 Seiten) von Soziale Befreiung (Hg.) ist da. Die Broschüre könnt Ihr hier für 5-€ (inkl. Porto) über Onlinemarktplatz für Bücher booklooker.de bestellen.

    Inhalt

    Einleitung
    I. Der politische Klassenkampf von oben
    1. Die globale Vermehrung der Nationalkapitale
    2. Kapitalistische Wirtschafts- und Sozialpolitik als Klassenkampf von oben
    3. Staatliche Repression und Gewerkschaften

    II. Kämpfe der doppelt freien Lohnabhängigen
    1. Textilindustrie
    2. Bergbau
    3. Metallindustrie
    4. Personen- und Güterverkehr (Logistik)
    5. Landwirtschaft und Lebensmittelindustriein
    6. Gaststätten und Hotels
    7. Einzel- und Versandhandel
    8. Pflege und Gesundheitswesen
    9. Bildung, Kinderbetreuung und Wissenschaft
    10. Reinigungsgewerbe
    11. Öffentlicher Dienst
    12. Branchenübergreifende Massenstreiks und proletarische Straßenbewegungen

    III. Klassenkämpfe des negativ freien Proletariats
    1. MigrantInnen
    2. Inhaftierte

    1. Textilindustrie

    Eine der Reaktionen des westlichen Kapitals auf die strukturelle Profitproduktionskrise seit Beginn der 1970er Jahre war und ist die Auslagerung arbeitsintensiver Produktionsprozesse in so genannte Niedriglohnländer. Dazu gehört auch die Textilindustrie, die seit den 1970er Jahren verstärkt nach Asien ausgegliedert wird. Da Textilien mit zu den wichtigsten Konsumgütern des Proletariats gehören, ist die billige Produktion von Textilien in Asien auch wichtig, um die Lohnkosten und die Ausgaben des Sozialstaates im Westen niedrig zu halten, wohin die meisten der in Asien hergestellten Textilien exportiert werden.
    Doch mit der verstärkten Verlagerung der Textilindustrie nach Asien wuchs dort auch das Textilproletariat an, was sich in Form von Klassenkämpfen gegen die harte Ausbeutung wehrt. Aufgrund der Klassenkämpfe steigen auch die Löhne. Das Textilkapital zieht dann oft weiter in Gebiete, in denen der Lohn niedriger ist, aber auch dort beginnt das Proletariat ab einem bestimmten Punkt für höhere Löhne zu kämpfen. So galt Indonesien bis 2002 als Niedriglohnland, Indien bis 2006 und Vietnam bis 2009. (mehr …)

  • Klassenkämpfe bei der Deutschen Post

    MitarbeiterInnen der Post streiken in Hamburg gegen die Auslagerung von Arbeitsplätze. 3. Juli 2015. rbb-online
    Bei der Deutschen Post AG kam es im Jahr 2015 zu einem längeren Streik, bei dem ver.di eine Niederlage der dort Beschäftigten organisierte. Bei diesem ehemaligen hundertprozentigen Staatsunternehmen wurde seit zwei Jahrzehnten ein harter politischer und sozialökonomischer Klassenkampf von oben geführt. Die Aufgabe des Monopols bei der Brief- und Paketzustellung der Bundespost und deren Privatisierung im Jahre 1995 durch die Politbonzen führte zur Entstehung eines extrem ausgebeuteten Logistik-Proletariats. Zum einen bei der entstandenen Konkurrenz der Post, unter anderem bei Hermes, PIN AG, UPS und German Parcel, und zum anderen bei der Deutschen Post AG selbst, welche die harte Ausbeutung bei den Konkurrenzunternehmen als Druckmittel gegen das „eigene“ Proletariat benutzte. Ja, die Zeit als der Postverkehr noch von privilegierten BeamtInnen abgewickelt wurde ist lange vorbei, diese wurden durch ein ultrahart ausgebeutetes Logistik-Proletariat ersetzt. Da die Bundesregierung mit 21 Prozent der Aktien die größte Teilbesitzerin der Deutschen Post ist, können wir die verschärften Angriffe auf die Arbeitsbedingungen in diesem Unternehmen als konzentrierten politökonomischen Klassenkampf von oben bezeichnen. (mehr …)

  • Der „Kampf“ der IG Metall um Arbeitsplätze

    Bochumer Opel-Werk am Tag der letzten Belegschaftsversammlung. 12.2014. dpa
    Die Metallindustrie ist mit ihren beiden Kernen, dem Maschinenbau und der Automobilproduktion, noch immer eine wichtige Branche des globalen Kapitalismus. Doch ihr Einfluss und damit auch die strategische Bedeutung der MetallarbeiterInnen für den gesamtproletarischen Klassenkampf gingen und gehen im westeuropäischen und nordamerikanischen Kapitalismus zugunsten des wachsenden Dienstleistungssektors zurück. Auch wenn die Deindustrialisierung in Deutschland noch nicht so weit fortgeschritten ist wie zum Beispiel in den USA, ist jedoch auch die deutsche Metallindustrie von Werksschließungen und der Verlagerung des produktiven Kapitals ins Ausland geprägt. Die forcierten Angriffe des Metallkapitals auf die Belegschaften tun ihr übriges, um die Kampfkraft der MetallarbeiterInnen weiter zu schwächen. Der deutschen Metallbourgeoisie gelang es durch die Instrumente Leiharbeit und Werksverträge die Belegschaften weitgehend zu schwächen und zu spalten. Während die Kernbelegschaften in so genannten „Normalarbeitsverhältnissen“ immer mehr schmelzen, werden die Ränder der „prekären Beschäftigungsverhältnisse“ immer größer. Die Gewerkschaft IG Metall versucht die Umstrukturierung der deutschen Metallindustrie, die ganz klar ein sozialökonomischer Klassenkampf von oben darstellt, sozialpartnerschaftlich mitzugestalten. Ihr „Kampf um Arbeitsplätze“ ist durch einen ekelhaften Standort-Patriotismus und eine ideologische Flucht in die angeblich „gute Zeit“ des Nachkriegsaufschwunges geprägt.
    Von dieser Umstrukturierung der Metallindustrie ist besonders die Automobilproduktion betroffen. Wie wir in der Broschüre Globale Klassenkämpfe (2008-2013) darlegten, wurde die globale Autobranche stark von der Weltwirtschaftskrise ab 2008 getroffen (S. 90/91). Die kapitalistische Warenproduktion konnte und kann die Überproduktionskrise der Automobilbranche nur durch die wachsende Konzentration und Zentralisation des Kapitals – also das großes und ökonomisch profitables Kapital massenhaft kleineres und/oder unprofitables schluckt –, und durch Stilllegung von sachlichen und menschlichen produktiven Kapital, die „Freisetzung“ von Arbeitskräften lösen. Auch die deutsche Tochter von General Motors, Opel, wurde von der internationalen Krise der Automobilproduktion hart gebeutelt. Das Management von General Motors/Opel versucht die Krise auf Kosten der lohnabhängigen Belegschaft zu lösen. Besonders auf Kosten der ehemals sehr klassenkämpferischen Belegschaft von Opel Bochum – der wilde Streik im Oktober 2004 bleibt unvergessen. Dieser Standort wurde Ende 2014 ohne nennenswerten proletarischen Widerstand geschlossen. Die Schließung des Opel-Werkes in Bochum stellte eine Niederlage für das gesamte Proletariat in Deutschland dar. (mehr …)

  • Neue Broschüre: Schriften zum Klassenkampf IV

    Unsere neue Broschüre: „Schriften zum Klassenkampf IV“ (ca. 121 Seiten) von Soziale Befreiung (Hg.) ist da. Die Broschüre könnt ihr hier für 5-€ (inkl. Porto) über Onlinemarktplatz für Bücher booklooker.de bestellen.

    Inhalt

    Einleitung

    Gewerkschaftsbürokratie und proletarische Selbstorganisation im reproduktiven Klassenkampf
    1. Allgemeine Betrachtung
    2. Klassenkämpfe bei der Royal Mail
    3. Gate Gourmet
    4. Der wilde Streik bei Gate Gourmet in London-Heathrow
    5. McKinsey bei Gate Gourmet Düsseldorf
    6. Informeller Klassenkampf vor dem Streik
    7. Betriebsrat und U-Boot
    8. Der Streik
    9. Nach dem Streik
    10. Der Solidaritätskreis

    Die proletarische Diktatur
    1. Die Diktatur des Kapitals
    2. Notwendigkeit und Charakter der proletarischen Diktatur
    3. Die proletarische Diktatur im reproduktiven Klassenkampf
    4. Die revolutionäre Diktatur des Proletariats

    Proletarische RevolutionärInnen als selbstbewusste Subjekte des Klassenkampfes
    1. Sozialrevolutionäre Gruppen als Alternative zu Parteien und Gewerkschaften
    2. Die praktische Schule des reproduktiven Klassenkampfes
    3. Die mögliche Herausbildung revolutionärer Klassenkampforganisationen
    4. Proletarische RevolutionärInnen als bewusste Subjekte der materialistischen Dialektik

    Cajo Brendel (1915-2007), ein sozialrevolutionärer Intellektueller
    1. Cajo Brendels Lehrjahre
    2. Stärken und Schwächen
    3. Deine Theorien leben weiter, Cajo!

    Notwendigkeit und Charakter der proletarischen Diktatur

    Das Proletariat ist also der kapitalistischen Diktatur unterworfen, welche bürgerliche IdeologInnen Freiheit nennen. Führt das Proletariat einen Klassenkampf um bessere Arbeits- und Lebensbedingungen, dann bekommt es schnell Zwang und Gewalt des Kapitals in unverhüllter Form zu spüren. Auch das stark repressive demokratische Streikrecht ist Teil der kapitalistischen Diktatur gegen das klassenkämpferische Proletariat, wie wir weiter oben ausführlicher darlegten. Das demokratische Streikrecht ist nichts anderes als das Eingeständnis der Bourgeoisie, dass der Klassenkampf in einer Klassengesellschaft nicht erfolgreich absolut zu verbieten ist. Ja, der Klassenkampf wächst mit Notwendigkeit aus der kapitalistischen Klassengesellschaft heraus. Und Kampf heißt immer Zwang und Gewalt, also Diktatur. Klassenkampf heißt also notwendig Diktatur, Klassendiktatur. Die Bourgeoisie übt ihre Diktatur legal und permanent im gesellschaftlichen Produktionsprozess von Dingen, Dienstleistungen und Ideologien sowie in der Politik aus. Das Proletariat ist in der Regel der kapitalistischen Diktatur unterworfen, wie wir im vorigen Kapitel analysierten. Doch das Proletariat ist nicht nur eine leidende Klasse, sondern auch eine kämpfende. Es spürt im Kampf nicht nur die Knüppel und Kugeln der Bullen, auch die letzteren bekommen nicht selten im Klassenkampf die körperlichen Verweise des Proletariats zu spüren. Zugegeben, in Deutschland passiert das noch sehr selten. Doch auch in Deutschland gab es besonders während der wilden Streiks zwischen 1969 und 1973 Bullenterror gegen streikende ArbeiterInnen – aber auch den Widerstand gegen diesen. So gilt selbst für Deutschland: Die proletarische Diktatur wächst notwendig aus dem Klassenkampf heraus. Die kapitalistische Diktatur geht notwendigerweise mit ihrem Gegenteil, der proletarischen Diktatur, schwanger. (mehr …)

  • Neue Broschüre: Zionismus und arabischer Nationalismus

    Unsere neue Broschüre: „Zionismus und arabischer Nationalismus“ (ca. 121 Seiten) von Soziale Befreiung (Hg.) ist da. Die Broschüre könnt ihr hier für 5-€ (inkl. Porto) über Onlinemarktplatz für Bücher booklooker.de bestellen.

    Inhalt

    Einleitung

    I. Europäischer Antijudaismus, Zionismus und palästinensischer Nationalismus vor 1948
    1. Von der relativen Assimilation der Juden in Westeuropa zum massenmörderischen Antijudaismus
    2. Die Symbiose aus Antijudaismus und Zionismus
    3. Osmanisches Reich, britischer Imperialismus, Zionismus, palästinensischer Nationalismus und Faschismus
    4. Palästina nach dem Zweiten Weltkrieg

    II Israel, der palästinensische Nationalismus und arabische Staaten
    1. Der Krieg von 1948/49
    2. Der Sechstage-Krieg von 1967
    3. Der Krieg von 1973
    4. Die Formierung des modernen palästinensischen Nationalismus
    5. Der globale Krieg zwischen Israel und dem palästinensischen Exil-Nationalismus
    6. Israel und die Besetzten Palästinensischen Gebiete (BPG)
    7. Israel, die PLO und Jordanien
    8. Israel, der palästinensische Nationalismus und Ägypten
    9. Israel, die PLO und der Libanon
    10. Israel, der palästinensische Nationalismus und Syrien

    III Der sozialreaktionäre Charakter Israels
    1. Auschwitz und Israel
    2. Israel, das Judentum, der nichtjüdische Prozionismus und der Antijudaismus
    3. Israel als eigenwilliger Wachhund des US-Imperialismus
    4. Die Vermehrung des israelischen Nationalkapitals
    5. Die israelische Apartheid-Demokratie

    IV Die sozialrevolutionäre Nullstaatenlösung
    1. Die mögliche Formierung des Weltproletariats zum revolutionären Subjekt
    2. Die revolutionäre Zerschlagung aller Nationalismen

    Von der relativen Assimilation der Juden in Westeuropa zum massenmörderischen Antijudaismus

    Das alte Judentum war ein vorindustriekapitalistisches Handelsvolk, deren sozialökonomische Basis sich in der jüdischen Religion ideologisch spiegelte. So wie auch der evangelische Protestantismus – besonders der Calvinismus – die sozialpsychologischen Bedürfnisse der christlichen Bourgeoisie befriedigte. Was war die Funktion von vorindustriekapitalistischen Handelsvölkern wie den Juden? Sie verkörperten bis zum 11. Jahrhundert den verselbständigten Tauschwert, das Geld, in einer Agrargesellschaft, die noch weitgehend von der Naturalproduktion beherrscht war. Im europäischen Feudalismus spielte in der Landwirtschaft das Geld keine Rolle. Die BäuerInnen produzierten fast alles selbst was sie brauchten und die Abgaben an die Feudalherren wurden auch in Form von Naturalabgaben geleistet. Die Feudalherren brauchten allerdings Geld zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse nach orientalischen Luxusgütern. Hier kam das Judentum als vorindustriekapitalistisches Handelsvolk ins Spiel. Es handelte mit Luxusgütern und stellte den Feudalherren durch Wucher Geld zur Verfügung.

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  • Diskussionsveranstaltung!!!

    Diskussionsveranstaltung der Gruppe Sozialer Widerstand
    Thema: Angriffe von oben zurückschlagen – Massenstreik vorbereiten!

    Das wichtigste Mittel, um als Klasse einheitlich zu handeln und alle Spaltungslinien zu überwinden, ist der Generalstreik. Alle ArbeiterInnen in Betrieben und Büros legen die Arbeit nieder und kämpfen vereint und selbstbewusst für ihre Interessen und Bedürfnisse. Ein wirklich offensiver Generalstreik muss prinzipiell unbefristet sein, darf vom uns nur beendet werden bei erheblichen Zugeständnissen der Gegenseite bzw. wenn die Repression gegen uns zu groß wird. Nur wenn unserer Klassenkampf diesen Notwendigkeiten entspricht, kann er aus der Defensive in die Offensive gelangen.

    Am Samstag den 2. Mai 2015 um 19.00 Uhr
    Nachbarschaftshaus Gostenhof
    Adam-Klein Str. 6
    Nürnberg

  • Neue Broschüre: Antinationale Schriften II

    Unsere neue Broschüre aus der Reihe Antinationale Schriften (ca. 120 Seiten) von Soziale Befreiung (Hg.) ist da. Die Broschüre könnt ihr hier für 5-€ (inkl. Porto) über Onlinemarktplatz für Bücher booklooker.de oder direkt bei uns auch als E-Book oder direkt bei uns auch als E-Book bestellen.

     

    Inhalt

    Einleitung

    Der kurdische Nationalismus als ein Feind des Weltproletariats

    1. Der kurdische Nationalismus
    2. Der Imperialismus, der IS und der kurdische Nationalismus
    3. Hoch die antinationale Solidarität!

    Nationalistische und rassistische Repression der „internationalen Gemeinschaft“

    1. Internationale Repression gegen das migrantische Proletariat
    2. Nationalistische Repression gegen MigrantInnen in der BRD
    3. Weißer Rassismus und schwarzer Nationalismus in den USA

    Einleitung

    Mit der Herausgabe der Antinationalen Schriften bekämpfen wir konsequent den Nationalismus. Israelfahnen sind für uns genauso ein optisches Brechmittel wie Deutschlandfahnen. Auch bekämpfen wir den Nationalismus von unterdrückenden Staaten genauso konsequent wie den von nationalen Befreiungsbewegungen, die noch für einen eigenen Staat kämpfen. Der palästinensische Nationalismus zum Beispiel kann die soziale Unfreiheit der palästinensischen ProletarierInnen nur reproduzieren.
    In der Schrift Der kurdische Nationalismus als ein Feind des Weltproletariats nehmen wir eine Projektionsfläche der kleinbürgerlichen politischen Linken kritisch unter die Lupe. In diesem Text weisen wir nach, dass der kurdische Nationalismus und damit auch sein Lautsprecher, die kleinbürgerliche politische Linke, in imperialistische Strategien eingebunden sind. Der linksbürgerliche „Antiimperialismus“ liegt schon halb mit dem Imperialismus im Bett. Einige Teile der Linken sind bereits zur Paarung bereit, andere zieren sich noch etwas… (mehr …)

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