Kategorie: klassenkampf

  • Von der Februar- zur Oktoberrevolution Teil 1

    Wir veröffentlichen hier den ersten Teil des Kapitels „Von der Februar- zur Oktoberrevolution“. Die gesamte Broschüre „Schriften zur russischen Revolution (1917-1921)“ könnt Ihr hier für 5-€ (inkl. Porto) über Onlinemarktplatz für Bücher booklooker.de bestellen.

    Russische Revolution

    Russland im März 1917. Das Land wird offiziell von einer Provisorischen Regierung repräsentiert, was aber beim subjektiv revolutionären Proletariat – was gerade erst den Zaren gestürzt hatte – kaum Vertrauen genießt. Neben den großbürgerlichen Institutionen – Regierung und deren KommissarInnen, Parlamente (Dumas) – gibt es die Sowjets als Mischformen aus einer kleinbürgerlichen Demokratie und proletarischen Klassenkampforganen. Die kleinbürgerlich-demokratische Sowjetführung, bestehend aus menschewistischen und „sozialrevolutionären“ BerufspolitikerInnen, hatte die liberale Bourgeoisie und ihr politisches Personal mehr oder weniger dazu genötigt, die politische Macht zu übernehmen. Die großbürgerliche Regierung besaß also selbst überhaupt kein anderes politisches Fundament, als dass die Sowjets und ihre kleinbürgerlich-demokratische Führung sie stützten und die letztere noch von den demokratischen Illusionen von großen Teilen des Proletariats getragen wurde. Die schwache russische Bourgeoisie stand vor der Februarrevolution im Schatten des Zarismus, jetzt stand sie unter starkem proletarischen, bäuerlichen und soldatischen Druck.
    Die Provisorische Regierung und die kleinbürgerlich-demokratische Sowjetführung führten an der Seite von Frankreich und England den imperialistischen Krieg weiter. Die rebellierenden Soldaten der Februarrevolution mussten sich im März wieder ihren Offizieren beugen – die größtenteils Gegner der Februarrevolution waren. Die Provisorische Regierung wollte jedoch die alten zaristischen Offiziere durch KommissarInnen kontrollieren. Außerdem entstanden in den Streitkräften auch Armeekomitees, in denen die meist bäuerlichen Soldaten vorwiegend Vertreter der „sozialrevolutionären“ „BäuerInnenpartei“ wählten. Also auch Doppelherrschaft in der Armee. Nicht wenige Offiziere trachteten danach, die Armeekomitees wieder zu liquidieren, obwohl sie am Anfang stark von kleinbürgerlichen Demokraten und großen Patrioten dominiert waren. (mehr …)

  • Neue Broschüre: Klassenkämpfe in der BRD 1. Teil: 1945-1989

    Unsere neue Broschüre: „Klassenkämpfe in der BRD 1. Teil: 1945-1989“ (ca. 120 Seiten) von Soziale Befreiung (Hg.) ist da. Die Broschüre könnt Ihr hier für 5-€ (inkl. Porto) über Onlinemarktplatz für Bücher booklooker.de oder direkt bei uns auch als E-Book bestellen.

    Inhalt

    Einleitung

    I. Klassenkämpfe vor der bundesdeutschen Staatsgründung

    1. Die deutsche Bourgeoisie und die westlichen Besatzungsmächte
    2. Die überwiegend prokapitalistische Ausrichtung der institutionalisierten
    ArbeiterInnenbewegung
    3. Arbeits- und Lebensbedingungen des Proletariats
    4. Klassenkämpfe

    II. Klassenkämpfe während der beschleunigten Kapitalvermehrung
    1. Beschleunigte Kapitalvermehrung und Kalter Krieg
    2. Auf den Knochen und Nerven des Proletariats
    3. Die Integration des DGB in das bundesdeutsche Nationalkapital
    4. Wilde Streiks vor „1968“
    5. Die wilden Septemberstreiks von 1969
    6. Die wilde Streikwelle von 1973
    7. Die Lehrlingsbewegung
    8. Gewerkschaftlich kontrollierter ökonomischer Klassenkampf
    9. „Politische“ Streiks (1958-1972)

    III. Klassenkämpfe in der strukturellen Profitproduktionskrise
    1. Die strukturelle Profitproduktionskrise
    2. Klassenkämpfe gegen Stellenstreichungen und Betriebsschließungen,
    Betriebsbesetzungen
    3. Tarifstreiks
    4. „Politische“ Streiks (1983-1986)

    Die wilde Streikwelle von 1973

    Im Jahre 1970 hatten die wilden Streiks einige lokale Schwerpunkte, wie zum Beispiel in Frankfurt/Main, wo in wenigen Tagen in einer Reihe von Metallbetrieben die Belegschaften die Arbeit niederlegten. Der selbstorganisierte Klassenkampf ohne und gegen die Gewerkschaftsbürokratie erreichte aber bei weitem nicht die Intensität der wilden Streikwelle vom September 1969. Außerhalb von Frankfurt/Main wurde unter anderem bei Hoesch in Dortmund, bei der Uerdinger Wagonfabrik, beim Schalker Verein und bei Hanomag in Hannover wild gestreikt. Auch das migrantische Proletariat blieb klassenkämpferisch. Zum Beispiel traten im Februar 1970 2.000 ArbeitsmigrantInnen aus Spanien in dem Unternehmen Karmann in Osnabrück in den Ausstand. Sie forderten die gleiche Bezahlung wie die „deutschen“ KollegInnen. Bei einer Reihe von selbstorganisierten Klassenkämpfen im März 1970 in Mannheim ging es um Arbeitsbedingungen wie Toilettengänge, Pausen, das Arbeitstempo und die Akkordlöhne. So legten in diesem Monat die AkkordarbeiterInnen der Landmaschinenfirma Deere-Lanz die Arbeit nieder. Inzwischen bestand die Belegschaft überwiegend aus migrantischen ProletarierInnen. Wie beim wilden Streik von 1960 in dieser Firma (siehe Kapitel II.4) ging es um den Akkordlohn. Die ArbeitsmigrantInnen erkämpften sich in Form der wilden Arbeitsniederlegung Lohnzuschläge. Das inspirierte ihre Klassengeschwister im Zweigwerk in Homburg/Saar eine Gleichbehandlung mit den Lohnabhängigen des Mannheimer Betriebes zu erstreiken. Gleichzeitig entwickelten sich in Mannheim bis in den Sommer 1970 hinein mehrere migrantisch geprägte kurze wilde Arbeitsniederlegungen. (mehr …)

  • Februarrevolution

    Wir veröffentlichen hier den zweiten Teil des Textes „Klassenkämpfe in Sowjetrussland (1917-1921)“ über die Februarrevolution 1917 im Russland. Die gesamte Broschüre „Schriften zur russischen Revolution (1917-1921)“ könnt Ihr hier für 5-€ (inkl. Porto) über Onlinemarktplatz für Bücher booklooker.de bestellen.

    Russische Revolution

    2. Die Februarrevolution

    Bei der Beschreibung der Februarrevolution haben wir uns stark von Leo Trotzkis Geschichte der Russischen Revolution inspirieren lassen, natürlich haben wir dabei seinen kleinbürgerlichen Radikalismus einer proletarisch-revolutionären Kritik unterzogen.
    Wie wir bereits im vorigen Kapitel beschrieben haben, spitzte sich in der damaligen russischen Hauptstadt von Oktober 1916 bis Februar 1917 der proletarische Klassenkampf permanent zu. Der 23. Februar in Russland war der globale 8. März, der internationale Frauentag, der damals noch kein totes Ritual, sondern in vielen Teilen der Welt ein Kampftag der proletarischen Frauen für ihre sozialen Bedürfnisse war – wenn auch unter Kontrolle der institutionalisierten ArbeiterInnenbewegung (Sozialdemokratie und Gewerkschaften). So war es auch im zaristischen Russland. Der Kampf der proletarischen Frauen wurde zum letzten Funken, der nötig war, um die russische Revolution zu entflammen. In sozialdemokratischen Kreisen –sowohl in menschewistischen wie in bolschewistischen – waren für den 23. Februar 1917, welcher nach dem globalen Kalender der 8. März 1917 war, Flugblätter, Reden und Versammlungen zu Ehren der proletarischen Frauen, aber keine Streiks und schon gar nicht der Beginn der Revolution geplant. Doch wie so oft in der Geschichte des globalen Klassenkampfes war die so genannte „politische Avantgarde des Proletariats“ nur dessen Nachhut und Bremse. (mehr …)

  • Neue Broschüre: Klassenkämpfe in der DDR (1945-1990)

    Unsere neue Broschüre: „Klassenkämpfe in der DDR (1945-1990)“ (ca. 123 Seiten) von Soziale Befreiung (Hg.) ist da. Die Broschüre könnt Ihr hier für 5-€ (inkl. Porto) über Onlinemarktplatz für Bücher booklooker.de oder direkt bei uns auch als E-Book bestellen.

    Inhalt

    Einleitung

    1. Die Einverleibung Ostdeutschlands durch den sowjetischen Imperialismus

    2. Die Herausbildung des ostdeutschen Staatskapitalismus

    3. Das Staatskapital gegen das Proletariat

    4. Der ArbeiterInnenaufstand von Juni 1953

    5. Klassen- und Fraktionskämpfe von Juli 1953 bis 1956

    6. Die innerparteiliche kleinbürgerlich-intellektuelle Opposition von 1956

    7. Erste Tendenzen zur Reprivatisierung des Kapitals

    8. Klassenkämpfe bis zum Ende der Ära Ulbricht

    9. Honeckers Palastputsch

    10. Die Todeskrise des ostdeutschen Staatskapitalismus

    11. Klassenkämpfe während des Honecker-Regimes bis zur „Wende“

    12. Die Formierung der kleinbürgerlichen politischen Opposition

    13. Das Proletariat während der „Wende“: Zwischen Eigenaktivität und Manövriermasse

    14. Die friedliche Annexion Ostdeutschlands durch den bundesdeutschen Imperialismus

    11. Klassenkämpfe während des Honecker-Regimes bis zur „Wende“

    Doch bevor wir uns die letzten tödlichen Hiebe des bundesdeutschen Imperialismus zur reaktionären Zerschlagung der DDR genauer ansehen, wollen wir den proletarischen Klassenkampf und die kleinbürgerlich-politische Straßenbewegung vor und während der „Wende“ analysieren. Schauen wir uns zunächst den Klassenkampf von oben, den das ostdeutsche Staatskapital gegen das Proletariat führte, genauer an. Die bürgerliche Arbeitsorganisation des Honecker-Regimes war darauf gerichtet, besonders viel Mehrwert aus dem Proletariat zu pressen. Bei Aufrechterhaltung des Staatskapitalismus und der Vollbeschäftigung. Mit beiden Kriterien verstieß die DDR gegen die Haupttendenzen der globalen Kapitalvermehrung. Diese wurde zunehmend von der weltweiten Offensive des Privatkapitals beziehungsweise proprivatkapitalistischer Fraktionen innerhalb der herrschenden staatskapitalistischen Bürokratien geprägt. Innerhalb des Privatkapitalismus war die bürgerliche Arbeitsorganisation von zunehmender Massenarbeitslosigkeit, Entstaatlichung des öffentlichen Dienstes und die Ausgliederung von zuarbeitenden Tätigkeiten aus der kernindustriellen Produktion – die der zunehmenden Konzentration und Zentralisation des Kapitals nicht wider-, sondern entsprach – geprägt. Diese Tendenz zur Konzentration auf den Kernbereich der industriellen Produktion und die Ausgliederung von vor- und nachgelagerten Tätigkeiten ist besonders anschaulich in der Autoindustrie zu beobachten, wo sich die Trennung in Automobilkonzerne und Zulieferbetriebe durchsetzte. (mehr …)

  • Klassenkämpfe in Sowjetrussland (1917-1921)

    Zum 100. Jahrestag des Beginns der russischen Revolution veröffentlichen wir den ersten einer ganzen Reihe von Texten. Dies geschieht unter der gemeinsamen Überschrift „Klassenkämpfe in Sowjetrussland (1917-1921)“. Im ersten Text werden Klassenkämpfe im zaristischen Russland beschrieben. Die gesamte Broschüre „Schriften zur russischen Revolution (1917-1921)“ könnt Ihr hier für 5-€ (inkl. Porto) über Onlinemarktplatz für Bücher booklooker.de bestellen.

    Russische Revolution

    1. Klassenkämpfe im zaristischen Russland

    Das vorrevolutionäre Russland war ein Agrarstaat, aber bereits eine Übergangsgesellschaft vom Feudalismus zum Kapitalismus. Es war in der Entwicklung im Vergleich zu Westeuropa und Nordamerika weit zurückgeblieben in seiner technologischen und sozialökonomischen Entwicklung. Doch mit der Entwicklung des kapitalistischen Weltmarktes ist auch die Geschichte von Nationalstaaten eine Teilgeschichte des globalen Kapitalismus. Zurückgebliebene Nationalstaaten wiederholen nicht sklavisch die Geschichte der fortgeschrittenen Nationen. Der globale Konkurrenzkampf der Nationalstaaten zwingt die Regierenden der unterentwickelten Nationen ihre eigene Entwicklung zu beschleunigen – wenn sie nicht im wirtschaftlichen, politisch-diplomatischen und militärischen Gerangel ständig das Nachsehen haben wollen. Außerdem besteht die Möglichkeit rückständiger Nationalstaaten die modernsten technologischen Fortschritte der grundsätzlich sozialreaktionären kapitalistischen Zivilisationsbarbarei fertig zu übernehmen, anstatt sie selbst zu entwickeln. Denn die stärkste Waffe im globalen Konkurrenzkampf der Nationalstaaten war und ist eine hohe Arbeitsproduktivität –also war und ist die Fabrik als proletarische Hölle die Grundlage für nationalstaatliche Himmelstürmerei. (mehr …)

  • Neue Broschüre: Schriften zum Klassenkampf VI

    Unsere neue Broschüre: „Schriften zum Klassenkampf VI“ (ca. 124 Seiten) von Soziale Befreiung (Hg.) ist da. Die Broschüre könnt Ihr hier für 5-€ (inkl. Porto) über Onlinemarktplatz für Bücher booklooker.de bestellen.

    Inhalt

    Einleitung

    Klassenkampf und Straßenbewegungen

    1. Soziale Straßenbewegungen als Teil des proletarischen Klassenkampfes
    2. Soziale und politische Straßenbewegungen
    3. LehrerInnen und SchülerInnenbewegung
    4. Proletarischer Klassenkampf und soziale Straßenbewegungen in der Weltrevolution

    Die Instrumentalisierung des Proletariats in Machtkämpfen der Herrschenden

    1. Polen
    2. Iran

    Konkurrenz, Straßenrassismus, Antifa und Klassenkampf

    1. Der permanente Konkurrenzkampf
    2. Elitärer Nationalismus und Straßenrassismus in der BRD
    3. Staatsantifaschismus
    4. Antirassismus/Antifaschismus als kleinbürgerliche Straßenbewegung
    5. Proletarischer Klassenkampf und sozialrevolutionärer Universalismus

    Die Bewegung gegen Bullenterror in den USA

    1. Der Bullenterror
    2. Der Bullenterror als Teil des Klassenkrieges von Oben
    3. Die Bewegung gegen den Bullenterror

    Der Bullenterror als Teil des Klassenkrieges von Oben

    „Mit der sogenannten Wirtschaftskrise und der ständig wachsenden Arbeitslosigkeit der jungen Schwarzen, die in manchen Gegenden 50 Prozent erreicht, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit von Gegenwehr. Es gab also eine Eskalation. In vielen Vierteln, auch in Latinovierteln, ist die Polizei eine Besatzungsarmee, die dieselben Waffen benutzt wie im Irak und Afghanistan. Mit den war on terror wurde die Polizei seit 2001 immer stärker militarisiert. Sie wird seit vielen Jahren von der Armee ausgebildet und ist mit denselben Waffen ausgerüstet, deshalb herrscht in vielen Vierteln praktisch dasselbe Level an Polizeibrutalität wie vielleicht in den Vierteln von Kabul oder im Irak. (mehr …)

  • Neue Broschüre: Kommunismus und Feminismus

    Unsere neue Broschüre: „Kommunismus und Feminismus“ (ca. 124 Seiten) von Soziale Befreiung (Hg.) ist da. Die Broschüre könnt Ihr hier für 5-€ (inkl. Porto) über Onlinemarktplatz für Bücher booklooker.de bestellen.

    Inhalt

    Einleitung
    Kommunismus
    1. Die revolutionären Tendenzen des reproduktiven Klassenkampfes
    2. Die revolutionäre Selbstaufhebung des Proletariats
    3. Die klassen- und staatenlose Gesellschaft
    4. Der geistig-ethische Ausdruck des weltrevolutionären Prozesses

    Kommunistische Kritik der (klein)bürgerlichen Frauenbewegungen
    I. Alte bürgerliche Frauenbewegung
    1. Bürgerliche Frauenbewegungen im Industriekapitalismus
    2. Bürgerliche Frauenemanzipation bis „1968“
    II. Die „proletarische“ und „sozialistische“ Frauenbewegung
    1. Der patriarchale Charakter der institutionalisierten ArbeiterInnenbewegung
    2. Die „proletarische“ Frauenbewegung als Teil der institutionalisierten ArbeiterInnenbewegung
    3. „Sozialistische“ Frauenorganisationen im (Staats-)Kapitalismus

    III. Neue kleinbürgerliche Frauenbewegung
    1. Geburt und Entwicklung der kleinbürgerlichen Frauenbewegung
    2. Die Integration in den Kapitalismus
    3. Klassenübergreifende Frauenbewegung und proletarischer Klassenkampf

    Marxismus, Anarchismus, Feminismus und das Patriarchat
    1. Für eine materialistisch-dialektische Kritik des Patriarchats!
    2. Die Reproduktion des Patriarchats durch Marxismus, Anarchismus und Feminismus
    3. Bürgerliche Frauenemanzipation oder revolutionärer Kampf gegen das Patriarchat?

    Kommunismus und Feminismus – ein Fazit
    1. Der Feminismus als Ideologie der bürgerlichen Frauenemanzipation
    2. Der Kommunismus als revolutionärer Kampf gegen das kapitalistische Patriarchat

    Kommunismus und Feminismus – ein Fazit

    1. Der Feminismus als Ideologie der bürgerlichen Frauenemanzipation

    Nach der marxistischen Feministin Frigga Haug, und „wie z.B. im Brockhaus seit 50 Jahren unverändert nachzulesen ist“, ist Feminismus „ein Eintreten für die Beteiligung der Frauen am öffentlichen und kulturellen Leben.“ (Frigga Haug, Der im Gehen erkundete Weg. Marxismus-Feminismus, a.a.O., S. 31.) Nun ja, die bürgerliche Frauenemanzipation ist hier sehr sanft formuliert, es fehlt sogar das Wort „gleichberechtigt“. Nach der ebenfalls aus der marxistisch-linkssozialdemokratischen Tradition stammenden Gisela Notz „können mit Feminismus die theoretisch-wissenschaftlichen Bemühungen der Frauenbewegung bezeichnet werden, die Diskriminierung des weiblichen Geschlechts als Barriere wissenschaftlicher (und praktischer) Erkenntnis wahrzunehmen und Handlungsstrategien zu entwickeln, um sie zu überwinden. Feminismus bezeichnet deshalb auch eine Bewegung, die sich für politisch-praktische Maßnahmen zur Verbesserung der Lebenschancen von Frauen einsetzt und Kampagnen und Aktionen initiiert, um auf die Missstände aufmerksam zu machen und Verbündete zu deren Behebung zu gewinnen.“ (Gisela Notz, Feminismus, a.a.O., S. 9.) Auch dies klingt ziemlich weichgespült, ebenso wie der Feminismus tatsächlich in seinen Hauptströmungen ist. Nur eine radikalmarxistische und anarchistische Minderheit des Feminismus würde diesen als revolutionären Kampf gegen das kapitalistische Patriarchat definieren, so wie wir den Kommunismus verstehen. Nun, wir bezeichnen in Übereinstimmung mit den zwei oben zitierten linkssozialdemokratischen Damen Haug und Notz den Feminismus als Ideologie der bürgerlichen Frauenemanzipation innerhalb des Kapitalismus.

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  • Neue Broschüre: Frauen im Kapitalismus

    Unsere neue Broschüre: „Frauen im Kapitalismus“ (ca. 124 Seiten) von Soziale Befreiung (Hg.) ist da. Die Broschüre könnt Ihr hier für 5-€ (inkl. Porto) über Onlinemarktplatz für Bücher booklooker.de bestellen.

    Inhalt

    Einleitung

    Gesellschaftliche Klassen und soziale Geschlechterrollen
    1. Soziale Klassen
    2. Soziale Geschlechterrollen
    3. Die patriarchale Spaltung der Klassen
    4. Die Klassenspaltung der Geschlechter
    5. Klassen- und Geschlechterspaltung im Vergleich und in ihrer
    gegenseitigen Durchdringung

    Biosoziale Reproduktion, Familie, PartnerInnenschaft und Sexualität

    1. Die bürgerlich-patriarchale Familie als biosoziales Reproduktionsverhältnis
    2. Kapital, Staat, Kirche und biosoziale Reproduktion
    3. Individualisierung, Familienkult und Sexindustrie
    4. Gewalt und sexuelle Belästigung
    5. Sexarbeit

    Der Klassenkampf der Proletarierinnen

    1. Alltagsklassenkampf
    2. Gewerkschaftlich „geführte“ Streiks
    3. Wilde Streiks
    4. Proletarierinnen in militanten und revolutionären Kämpfen
    5. Die revolutionäre Selbstaufhebung der Proletarierinnen

    Alltagsklassenkampf

    Im alltäglichen selbstorganisiertem Klassenkampf wehren sich die Arbeiterinnen oft gegen die stumpfsinnige Organisation und die Monotonie der Lohnarbeit, wie zum Beispiel der Bericht eines ehemaligen Luxusdampfer-Zimmermädchens verdeutlicht: „Nach dem Schulabschluss jobbte ich drei Monate lang als Stewardess auf einem kleinen Luxuskreuzfahrtschiff. Einer dieser Traumjobs, wenn man nichts davon weiß. Auf 280 Passagiere kamen 220 Crewmitglieder. Die Gäste waren superreiche Leute, die beim Einchecken alles abgaben: ihr Geld, ihr Leben, ihr Hirn. Und wir waren dazu da, sie wie Babys zu behandeln, ihnen jeden Wunsch von den Augen abzulesen und möglichst sofort zu erfüllen.
    Das waren Leute, die managten ganze Konzerne, wohnten in fünf Villen, reisten in der Welt herum, waren vielleicht schon zum fünften Mal auf diesem Kreuzfahrtschiff und dann riefen sie dich, damit du die Klospülung in ihrer Suite betätigst und das nicht einmal, sondern jedes Mal. Oder es kamen so weltfremde Meldungen wie: ,Was ich mich immer schon gefragt habe, schläft die Crew eigentlich auch an Bord?‘ ,Nein, wir werden jede Nacht ausgeflogen‘, hätte ich sagen sollen, aber das hätte dem Höflichkeitsgebot widersprochen. Wir durften zu den Gästen auch nie ,Nein‘ sagen: Was für absurde Wünsche sie auch äußerten. Sie durften während ihres ganzen Aufenthaltes kein Nein hören, höchstens auf die Frage, ob es an Bord Kakerlaken gäbe. Die waren streng geheim. (mehr …)

  • Der DGB gegen unsere Interessen und Bedürfnisse

    Die­ses Flug­blatt wurde bei der 1. Mai De­monstration in Nürn­berg ver­teilt.

    Heute ist wieder 1. Mai und in vielen deutschen Städten finden wieder von den Gewerkschaften – von denen die meisten dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) angehören – organisierte und schon lange ritualisierte Demonstrationen und Kundgebungen statt. Auf ihnen werden die hauptamtlichen GewerkschaftsfunktionärInnen wieder mehr oder weniger „kämpferische“ Reden halten, denen wir, die proletarische Basis, zustimmenden Applaus spenden sollen. Dann können wir ein wenig essen und trinken und wieder nach Hause gehen, nachdem wir den Wirtschaftsbossen und den Politschranzen durch unsere „Kampfdemonstration“ mal wieder richtig gezeigt haben, wo der Hammer hängt!
    Es können natürlich auch Störungen auftreten. So wie beim 1. Mai 2015 im thüringischen Weimar. Dort konnten Nazis eine Kundgebung des „großen und mächtigen“ DGB sowie von SPD und Linkspartei angreifen und 15 Menschen verletzen. Dieses Beispiel zeigt neben vielen anderen, dass die DGB-Demos am 1. Mai allesmögliche sind – nur eben nicht „kämpferisch“. Auch aus dem Alltag der DGB-Gewerkschaften, also dem so genanntes „Kerngeschäft“, ergeben sich nicht gerade vernünftige Gründe, warum wir am 1. Mai ehrfurchtsvoll dessen Bonzen lauschen und applaudieren sollten. (mehr …)

  • Neue Broschüre: Schriften zum Klassenkampf V

    Unsere neue Broschüre: “ Schriften zum Klassenkampf V“ (ca. 124 Seiten) von Soziale Befreiung (Hg.) ist da. Die Broschüre könnt Ihr hier für 5-€ (inkl. Porto) über Onlinemarktplatz für Bücher booklooker.de bestellen.

    Inhalt

    Einleitung

    Die nichtlohnarbeitenden Schichten des Proletariats
    1. Zur Begriffsbildung
    2. Erwerbslose Menschen
    3. Obdachlose Menschen
    4. Ethnisierung, Ghettoisierung und Kriminalisierung des unproduktiven Elends
    5. Die nichtlohnarbeitenden Schichten als Teil des Klassenkampfes

    Negativ freie ProletarierInnen
    1. Zum Begriff
    2. Grauzone Praktikum und sozialstaatlich ermöglichte bzw. erzwungene Arbeit
    3. Grauzone Arbeitsmigration
    4. Flüchtlinge
    5. Inhaftierte Menschen

    KleinbürgerInnentum und kleinbürgerliche Tendenzen im Proletariat
    I. Das KleinbürgerInnentum
    1. Das produktionsmittelbesitzende bzw. selbständige KleinbürgerInnentum
    2. Das lohnabhängige KleinbürgerInnentum
    3. Die Intellektuellen
    II. Die kleinbürgerlichen Tendenzen des Proletariats
    1. Die Kleinbürgerlichkeit des Proletariats
    2. Die institutionalisierte ArbeiterInnenbewegung
    III. Klassenkampf und Kleinbürgerlichkeit
    1. Die Widersprüchlichkeit des reproduktiven Klassenkampfes
    2. Proletarischer Klassenkampf und kleinbürgerlicher sozialer Protes
    3. Prekarisierung, Ruinierung und Proletarisierung des KleinbürgerInnentums
    4. Die revolutionäre Selbstaufhebung des Proletariats als die Überwindung
    der Kleinbürgerlichkeit

    Obdachlose Menschen

    Laut dem bundesdeutschen Armutsbericht, den der Paritätische Wohlfahrtsverband am 23. Februar 2016 präsentierte, gibt es in der BRD rund 335.000 obdachlose Menschen. Seit der Annexion der DDR durch die bundesdeutsche Bourgeoisie erfroren in der BRD bis November 2015 300 obdachlose Menschen. So erging es im Dezember 2009 zehn von ihnen, und im Januar 2010 vier… Oberflächlich gesehen war es die klimatische Kälte, an der sie starben, aber im tieferen Sinne starben sie an der asozialen Gnadenlosigkeit und zwischenmenschlichen Eiseskälte im Kapitalismus. (mehr …)

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