Kategorie: klassenkampf

  • Neue Broschüre: Schriften zum Klassenkampf II

    Unsere zweite Broschüre der Serie Schriften zum Klassenkampf ist da. Die Broschüre könnt Ihr für 5-€ (inkl. Porto) hier über Onlinemarktplatz für Bücher booklooker.de bestellen.

    Inhalt

    Einleitung

    Klassenkämpfe in Ungarn (1918-1989)

    1. Die Entstehung des ungarischen Proletariats
    2. Das „unabhängige“ Ungarn
    3. Die „Ungarische Räterepublik“ als Keimform eines staatskapitalistischen Regimes
    4. Das Horthy-Regime
    5. Ungarn im Zweiten Weltkrieg
    6. Die Verstaatlichung des ungarischen Kapitals
    7. Der ArbeiterInnenaufstand von 1956
    8. Ungarns Weg zum Privatkapitalismus

    Klassenkämpfe im staatskapitalistischen Polen

    1. Der polnische Staatskapitalismus in der Geschichte der globalen Kapitalvermehrung
    2. Das polnische und das globale Proletariat
    3. Klassenkämpfe im Jahre 1956
    4. Das proletarische Bewusstsein der 1960er Jahre
    5. Die StudentInnenbewegung von 1968
    6. Der proletarische Klassenkampf von 1969 bis 1971
    7. Klassenkämpfe im Jahre 1976
    8. Massenstreiks, Solidarność und die Privatisierung des Kapitals

    Klassenkämpfe in der Thüringer Kaliindustrie

    1. Die BRDigung der DDR
    2. Privatisierung und Vernichtung des ostdeutschen Kapitals
    3. Privatisierung und Vernichtung der Thüringer Kaliindustrie
    4. Klassenkämpfe in Bischofferode
    5. Der Klassenkampf der Merkerser Kalikumpel
    6. Nachträge

    Der ArbeiterInnenaufstand von 1956

    Bis 1953 war auch der ungarische Staatskapitalismus durch ultrarepressiven stalinistischen Terror geprägt, welchem auch Angehörige der herrschenden Partei- und Staatsbürokratie zum Opfer fielen. Das Proletariat wurde durch den Kurs der forcierten Industrialisierung und das Primat auf die Entwicklung der Schwerindustrie extrem durch Überarbeit und Unterkonsum ausgebeutet. Der „ungarische Stalin“, also die oberste regierende Charaktermaske des Partei- und Staatsapparates, war bis 1953 Matyas Rakosi. Danach war auf der Basis der Reproduktion der staatskapitalistischen Produktionsverhältnisse auch in Ungarn eine gewisse „Entstalinisierung“ angesagt. Der „Reformer“ Imre Nagy wurde im Juli 1953 Ministerpräsident Ungarns. Der Kollektivierung der Landwirtschaft wurde die ultrarepressive Spitze genommen, die Internierungslager wurden geschlossen, auch sonst wurde der stalinistische Terror entschärft und die totale Bevorzugung der Schwerindustrie wurde gelockert. Doch der Stalinist Rakosi, der Parteichef blieb, ging am 1. Dezember im Politbüro zum Gegenangriff gegen Nagy über. Am 14. April 1955 musste Letzterer auf Druck des stalinistischen Apparates alle Ämter aufgeben. Doch Rakosi konnte sich ebenfalls nicht mehr lange halten. Er fiel im Jul 1956 einer Entstalinisierung zum Opfer und wurde durch Ernö Gerö ersetzt. (mehr …)

  • Die imperialistische Rolle der USA während des zweiten Weltkriegs

    Wir veröffentlichen hier einen Auszug aus der Broschüre „Drei Kräfte gegen das Proletariat: Der Staat, die Nazis und der Antifaschismus“ über die sogenannten „Antideutschen“. Die Broschüre könnt Ihr für 5-€ (inkl. Porto) über Onlinemarktplatz für Bücher booklooker.de bestellen.

    In den demokratischen USA wurde die institutionalisierte ArbeiterInnenbewegung nicht zerschlagen. Dort spielten die Gewerkschaften und die moskauhörige Kommunistische Partei während des Zweiten Weltkrieges eine wichtige Rolle, um die ArbeiterInnen ruhig zu halten. Sie übernahmen dadurch eine sehr wichtige Funktion in der Organisation des imperialistischen Gemetzels. Die Neugründung des Gewerkschaftsdachverbandes CIO im Konkurrenz zum Altverband AFL in den 1930er Jahren stehen im engen Zusammenhang mit der Organisation einer effektiveren Kontrolle von Kapital und Staat über die amerikanischen ArbeiterInnen vor und während des imperialistischen Gemetzels.
    Betrachten wir die Neugründung der CIO daher etwas genauer. Während des Ersten Weltkrieges wuchs die amerikanische Industrie gewaltig, was vorwiegend eine Folge der Rüstung und des Krieges war. In der Nachkriegszeit profitierte die US-Bourgeoisie von der Schwächung ihrer europäischen Konkurrenz durch Krieg und revolutionäre Nachkriegskrise. Auch die technische Entwicklung war zwischen den beiden Weltkriegen gewaltig. Die Kosten für Produktionsmittel stiegen absolut und relativ zu den Lohnkosten an, was einen nicht unerheblichen Druck auf die Profitrate ausübte. Dies musste und konnte nur durch eine wachsende Ausbeutungsrate der Lohnarbeit ausgeglichen werden. Besonders der sozialökonomische Widerstand in Form von Streiks musste auf ein Minimum gesenkt werden, gerade auch deshalb, weil jeder funktionslose Stillstand der Maschinen zu einem gewaltigen Kostendruck für die KapitalistInnen und ihre ManagerInnen führte. (mehr …)

  • Diskussionsveranstaltung!!!

    Diskussionsveranstaltung der Gruppe Sozialer Widerstand. Thema: Der eine bekommt einen Scheißjob und der andere eben nicht!

    Jeder von uns kennt den Druck, der uns Tag für Tag von außen aufgezwungen wird. Gleichgültig, ob wir uns am Fließband blöd schuften oder im Büro geistig verausgaben. Überall spüren wir den stillen Zwang der Verhältnisse, welcher uns zwingt, unsere Haut zu Markte zu tragen. Denn ohne den Besitz von Produktionsmitteln sind wir Lohnabhängige dazu verdammt uns den Launen derer zu beugen, die über sie verfügen. Falls wir keinen Käufer für unsere Arbeitskraft finden bzw. aufgrund unserer körperlichen und geistigen Schwächen nicht dazu in der Lage sind, uns zu verkaufen, müssen wir von Almosen der jeweiligen Ämter leben. In unserer tollen Demokratie wird natürlich keine/r zum Arbeiten gezwungen, nein es werden einem bei Nichtannahme ihrer Angebote „nur“ die Almosen gekürzt, die sowieso schon vorne und hinten nicht ausreichen.
    Die Sachzwänge der Kapitalvermehrung sollen von uns als „Preis der Freiheit“ akzeptiert werden! Doch da, wo Märkte frei sind, sind Fabriken und Büros Orte der Unfreiheit, wo wir uns dafür abschuften, damit wir in den Supermärkten uns und unsere „Träume“ verwirklichen können – und ganz nebenbei auch dem Handelskapital den Profit ermöglichen. Träumen wir wirklich von einem Leben, das aus Lohnarbeit und Konsum besteht? Gibt es wirklich keine Alternativen zum Kapitalismus?

    Eine Diskussion über das Leben jenseits von Markt und Staat

    Wo? Im Nachbarschaftshaus Gostenhof, Adam-Klein Str. 6
    90429 Nürnberg
    Wann? Am Samstag den 4. Mai 2013 um 19.00 Uhr

  • Eine Klasse – Ein Kampf

    Dieses Flugblatt wurde im Rahmen der Konferenz der Flüchtlinge verteilt, die vom 1. bis zum 3. März in München tagte.

    Protestlager in Berlin vor dem Brandenburger Tor

    Der globale Kapitalismus zwingt viele Menschen dazu, ihren ursprünglichen Herkunftsort zu verlassen, da sie dort als LohnarbeiterInnen nicht gebraucht werden und deshalb nur schwer überleben können. Sie suchen dann verzweifelt ihr Glück im „goldenen Westen“. Bei dem Versuch ins „gelobte Land“ zu kommen ertrinken unsere Klassengeschwister im Mittelmeer oder werden beim Ankommen in Lampedusa in demokratische Flüchtlingslager gesteckt. Die unerträglichen Zustände im Flüchtlingslager und die Behandlung von demokratischen Beamten und Wächtern etc., war ein Grund, dass hunderte Menschen auf Lampedusa und in Griechenland in den Hungerstreik traten. Am 9. März 2011 schafften es sogar 300 MigrantInnen in Athen und Thessaloniki durch diese Art des Kampfes einen Teil ihre Forderungen durchzusetzen. Auch hier zu Lande, seit Jahren wie z.B. in Hauzenberg, Breitenberg/Niederbayern (Lkr. Passau) und in Augsburg boykottierten die Flüchtlinge Essenspakete und traten Hunderte in den Hungerstreik.
    Als die deutsche Wirtschaft „boomte“, wie in den so genannten „Wirtschaftswunderjahren“ der 50er und 60er Jahre, machte der deutsche Staat einen auf „weltoffen“ und holte ausländische Arbeitskräfte legal ins Land. Diese ArbeiterInnen kamen, um die freien Arbeitsplätze zu besetzen oder um alle mögliche Drecksarbeit zu erledigen, auf die die meisten inländischen ArbeiterInnen kein Bock hatten. Heute in Zeiten der globalen Krise kommen die meiste MigrantInnen nur noch illegal in den „reichen Norden“ und landen in den Lagerbaracken, müssen dann in Zelten oder unter der Brücke schlafen. Dadurch, dass sie keine Arbeitserlaubnis haben, können sie nur schwarz beschäftigt werden und sind dadurch ein gefundenes Fressen für all diejenigen, die nach billigen und leicht erpressbaren Arbeitsmaterial suchen. Oft sind die Arbeitszeiten überhaupt nicht festgesetzt und hängen von der Laune des Chefs ab. Die ständige Angst bei der Schwarzarbeit erwischt zu werden, macht die Menschen zusätzlich erpressbar, hilflos gegenüber der Willkür und Beleidigungen ihres jeweiligen Chefs. (mehr …)

  • Gelungene Demokratisierung in Südafrika – Das ANC-Regime gegen das Proletariat

    Wir veröffentlichen hier einen Auszug aus der Broschüre „Schriften zum Klassenkampf I“ über die Entwicklung und Entstehung des ANC-Regimes in Südafrika. Die Broschüre könnt Ihr für 5-€ (inkl. Porto) über Onlinemarktplatz für Bücher booklooker.de bestellen.

    reteStreikende Minenarbeiter in Südafrika. Oktober 2012
    2012 ging das ANC-Regime gegen das klassenkämpferische Proletariat Südafrikas mit nackter Gewalt vor. Der schwarze Nationalismus hat bei der Kontinuität des sozialen Elends beim Proletariat an sozialdemagogischer Macht verloren. Diese sozialdemagogische Macht hat auch die globale politische Linke mit ihren Phrasen von der „nationalen Befreiung“ mit produziert. Sie hat also auch den brutalen Terror des ANC-Regimes mit vorbereitet, indem sie das Weltproletariat ideologisch gegenüber dem ANC-Regime entwaffnet hatte. Ein weiteres schmutziges Kapitel in der Geschichte der total sozialreaktionären politischen Linken.

    Von der Apartheid zum ANC-Regime

    Die Apartheid war ein extrem unflexibles und brutales Herrschaftssystem. Es basierte auf der sozialen Überausbeutung des schwarzen Proletariats. Seit 1948 war der Rassismus in Südafrika ideologisch und praktisch Staatsdoktrin in Südafrika, der in der regierenden Nationalen Partei der weißen Bourgeoisie seinen politischen Ausdruck fand. „Rassentrennung“ war das A und das O des Apartheidregimes.
    SozialrevolutionärInnen kritisierten und kritisieren sowohl den Rassismus der unterdrückenden Nationen als auch den Nationalismus der unterdrückten Nationen. Denn beide spalten das Weltproletariat an Hand nationaler und rassistischer Linien. Die Apartheid bezweckte weiße ArbeiterInnen in den südafrikanischen Kapitalismus einzubinden und das schwarze Proletariat einem extremen Ausbeutungsregime zu unterwerfen. Die schwarzen NationalistInnen bestanden auch in Südafrika aus der intellektuellen Elite. Diese Elite hatte schon damals nicht die gleichen Interessen wie die schwarzen ProletarierInnen. Deshalb war auch am Anfang der 1912 gegründete ANC vom Proletariat sozial getrennt. Nur durch die Bürokratie der südafrikanischen institutionalisierten ArbeiterInnenbewegung gelang es dem ANC ideologischen Einfluss auf das schwarze Proletariat zu gewinnen, wie wir weiter unten noch ausführlicher analysieren werden. Die schwarzen NationalistInnen des ANC gingen im Jahre 1960, nach dem Massaker weißer rassistischer Bullen an friedlich protestierenden Schwarzen, in den bewaffneten Kampf gegen die Apartheid.
    Doch neben dem ANC entwickelten sich auch in Südafrika die soziale Straßenbewegung der schwarzen SchülerInnen und StudentInnen und der Klassenkampf des Proletariats. Mit letzterem werden wir uns weiter unten ausführlicher beschäftigen. Die soziale Straßenbewegung der schwarzen SchülerInnen und StudentInnen erreichte im SchülerInnenaufstand von Soweto 1976 ihren Höhepunkt, der vom Apartheidregime ultrarepressiv niedergeschlagen wurde. Seit dieser Zeit gab es aber für das rassistische Regime keine Ruhe mehr. (mehr …)

  • Neue Broschürenreihe: Schriften zum Klassenkampf

    Schriften zum Klassenkampf ist eine unregelmäßig erscheinende Serie der Sozialen Befreiung und Gruppe Sozialer Widerstand mit Texten über die globalen Auseinandersetzungen des Proletariats mit Kapital, Staat und Patriarchat im 20. und 21. Jahrhundert. Die Broschüre „Schriften zum Klassenkampf I“ (ca. 104 Seiten) könnt Ihr für 5-€ (inkl. Porto) hier über Onlinemarktplatz für Bücher booklooker.de oder direkt bei uns auch als E-Book bestellen.

    Inhalt

    Einleitung

    Proletarische Selbstorganisation als dialektischer Widerspruch

    1. Das Proletariat
    2. Die revolutionäre Selbstaufhebung des Proletariats
    3. Proletarische Selbstorganisation als dialektischer Widerspruch
    4. Die spontane Besetzung des Betriebes bei Bike Systems.
    5. Die „selbst verwaltete“ kleinbürgerlich-kollektive Produktion des Strike Bike
    6. Proletarische Selbstorganisation im Ausbeutungsprozess
    7. Vorbild Argentinien
    8. Die punktuelle Aufhebung der Ware-Geld-Beziehung im Klassenkampf
    9. Die Diktatur des Proletariats
    10. Von der proletarischen zur klassenlosen Selbstorganisation!

    Hungerrevolten (Food Riots) und die revolutionäre Aufhebung der
    Warenproduktion

    1. Die strukturelle Nahrungsmittelkrise für das Proletariat
    2. Die weltweiten Hungerrevolten
    3. Die strukturelle Lebensmittelkrise bleibt bestehen
    4. Die strukturelle Lebensmittelkrise in den Zentren des Kapitalismus
    5. Die tendenzielle Aufhebung des Warencharakters von Lebensmitteln durch
    Klassenkampf

    Klassenkämpfe gegen Betriebsschließungen.

    1. Der widersprüchliche Charakter des Kampfes um Arbeitsplätze
    2. Rheinhausen
    3. AEG in Nürnberg
    4. BSH Berlin

    Gelungene Demokratisierung in Südafrika – Das ANC-Regime gegen das Proletariat

    1. Von der Apartheid zum ANC-Regime
    2. Die institutionalisierte ArbeiterInnenbewegung und das Proletariat in Südafrika.
    3. Demagogie und Terror des ANC-Regimes.
    4. Revolutionärer Kampf gegen das ANC-Regim

    Proletarische Selbstorganisation als dialektischer Widerspruch Erläutert an Beispielen des Klassenkampfes (Bike Systems in Nordhausen (2007) und Betriebsbesetzungen und U-Bahn-Streik in Argentinien)

    1. Das Proletariat

    Zum modernen Proletariat, den Besitzlosen im Kapitalismus, gehören alle die Menschen, die nicht zu den kleinen (KleinbürgerInnen) oder großen ProduktionsmittelbesitzerInnen (KapitalistInnen) bzw. FreiberuflerInnen gehören, privilegierte VerwalterInnen des kapitalistischen Produktionsprozesses (ManagerInnen, hohe Verwaltungsangestellte und Chefs in der materiellen Produktion), über Geld- (Banken, Versicherungen) und Handelskapital verfügen und nicht die Gesellschaft politisch verwalten (PolitikerInnen, BeamtInnen, privilegierte Staatsangestellte und jene, die vorwiegend Repressionsfunktionen ausüben). Außerdem ist das Proletariat auch vom lohnabhängigen KleinbürgerInnentum (StaatsbeamtInnen, Lohnabhängige von privaten SöldnerInnenfirmen, privilegierte Berufe wie ÄrztInnen, IngenieurInnen und ZeitungsredakteurInnen) zu unterscheiden, wobei natürlich zu beachten ist, dass die Grenzen fließend sind und es gerade in den letzten Jahren einen enormen Proletarisierungsschub bei einigen lohnabhängigen KleinbürgerInnen gab.
    Dieses moderne Proletariat bestand und besteht im Wesentlichen aus doppelt freien LohnarbeiterInnen, nichtfreien ArbeiterInnen (u. a. in faschistischen KZs, im sowjetischen Gulag aber auch in demokratischen Gefängnissen), vorwiegend weiblichen innerfamiliären HausarbeiterInnen und aus nicht lohnarbeitenden Unterschichten (Erwerbslose und Obdachlose). Diese nicht lohnarbeitenden Schichten gehören nicht zur ArbeiterInnenklasse, aber zum Proletariat. Das Proletariat ist ein soziales Feld, was sich im Kern zur Klasse, zur ArbeiterInnenklasse, verdichtet und an der Peripherie zu nicht lohnarbeitenden Schichten ausläuft. Das Weltproletariat ist somit zahlenmäßig größer als die die globale ArbeiterInnenklasse.
    Die doppelt freien LohnarbeiterInnen sind negativ frei von Produktionsmitteln, welche kleinbürgerliches, privatkapitalistisches und staatskapitalistisches Eigentum bilden, verfügen allerdings auch über die positive Freiheit über ihren eigenen Körper. Diese doppelte Freiheit ist also der ökonomische Zwang der proletarisierten Menschen, ihre eigene Arbeitskraft an das KleinbürgerInnentum, das Kapital oder den Staat – eben an die BesitzerInnen der Produktionsmittel – zu vermieten. (mehr …)

  • Vortrag bei der Literatrurmesse

    Wir veröffentlichen hier den Vortrag, den unser Genosse Nelke auf der Literaturmesse im Rahmen der Vorstellung der Broschüre „Drei Kräfte gegen das Proletariat: Der Staat, die Nazis und der Antifaschismus“ in Nürnberg, den 3. November 2012 gehalten hat.

    Kurze Vorstellung der Broschüre

    Die Broschüre „Drei Kräfte gegen das Proletariat: Der Staat, die Nazis und der Antifaschismus“ wurde von uns im Februar 2012 herausgebracht. Unmittelbarer Anlass für sie war das Offensichtlichwerden der gedeihlichen Zusammenarbeit zwischen Teilen des demokratischen Staatsapparates mit Nazis, durch die Geschichte um den Nationalsozialistischen Untergrund (NSU). Aber diese Broschüre geht inhaltlich weit über die aktuellen Ereignisse hinaus und macht deutlich, dass die Demokratie als Diktatur des Kapitals ein rein taktisches Verhältnis zu Nazis und Antifaschismus hat. Sie kritisiert auch scharf die drei Hauptformen des Antifaschismus, nämlich den demokratischen Staatsantifaschismus, den partei-„kommunistischen“ Antifaschismus und die Antifa als kleinbürgerliche politische Straßenbewegung. Und sie macht deutlich, dass es unmöglich ist mit Hilfe des Antifaschismus konsequent den Kapitalismus zu kämpfen. Zur Kritik des Antifaschismus noch im Voraus ein paar Bemerkungen. Wir kritisieren den Antifaschismus als groß- und kleinbürgerliche Politik und Ideologie, aber diese Kritik ist keine Absage an konkrete praktische Aktionen gegen Nazis, wo diese notwendig sind. Nur sollte dieser Kampf halt aus unserer Sicht ohne Antifa-Ideologie erfolgen.


    Der demokratische Staat hält sich ein paar Hausnazis

    Der NSU war auch nach Fertigstellung der Broschüre noch lange Thema der veröffentlichten Meinung. Vieles wussten wir noch nicht, als wir sie schrieben. Doch unsere Analyse wurde nachträglich bestätigt. Hier ein paar Zitate. Als wir die Broschüre schrieben, war das ganze Ausmaß der geheimdienstlichen Durchdringung des Thüringer Heimatschutzes, der Neonaziorganisation aus der auch die späteren NSU-AktivistInnen kamen, uns noch unbekannt. Doch das was wir wussten, reichte aus, um folgendes festzustellen:

    „Schon bevor das Neonazitrio in den Nationalsozialistischen Untergrund ging, war es unter relativ guter demokratischer Kontrolle. Begonnen hatten Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe ihre faschistische Aktivität im Thüringer Heimatschutz (THS), welche von deutschen GeheimdienstlerInnen an der langen Leine geführt wurde. Während die Neonazis die schöne thüringische Heimat schützten, sorgten die Geheimdienste dafür, dass die Interessen der Demokratie innerhalb der Neonaziszene gewahrt blieben. Schon bei der Durchsetzung des THS durch die Inlandsgeheimdienste kann von einer gelegentlichen demokratisch-neofaschistischen Kooperation ausgegangen werden.“

    Die so genannte parlamentarische Aufarbeitung der NSU-Geschichte stand bei Redaktionsschluss der Broschüre noch ganz am Anfang. Doch es war vorauszusehen, was dabei herauskommen würde. Wir schrieben damals:

    „Die eingerichtete parlamentarische Untersuchungsausschuss des Thüringer Landtages wird wahrscheinlich auch mehr zur Verschleierung als zur Aufklärung der Vefassungsschutz-NSU-Zusammenarbeit beitragen. (mehr …)

  • Neue Broschüre: Der Marxismus und die Sowjetunion

    Unsere letzte Broschüre der Trilogie über die Sowjetunion ist da. Die Broschüre „Der Marxismus und die Sowjetunion“ von Soziale Befreiung (Hg.) (ca. 118 Seiten) könnt Ihr für 5-€ (inkl. Porto) hier über Onlinemarktplatz für Bücher booklooker.de bestellen.

    gebrauchtes Buch – Nelke – Der Marxismus und die Sowjetunion

    Einleitung

    Revolutionäre und reaktionäre Tendenzen im Marxismus

    1. Der Marxismus zwischen antikapitalistischer Kritik und staatskapitalistischer Ideologieproduktion
    2. Geschichtsidealistische, dogmatische und technokratische Tendenzen
    3. Parlamentarismus, Parteidiktatur, „ArbeiterInnendemokratie“ und soziale Revolution
    4. Der Marxismus als kleinbürgerlich-radikale Ideologieproduktion
    5. Das marxistische Dogma von der „bürgerlichen Revolution“

    Globale Marxismen und die UdSSR

    1. Der offizielle sowjetische Marxismus-Leninismus
    2. Trotzkismus
    3. Maoismus
    4. Rosa Luxemburgs Kritik am Bolschewismus
    5. Rätekommunismus

    Die linksmarxistische Opposition in der Sowjetunion

    1. Die linksbolschewistische Opposition von 1918 bis 1921
    2. Lenin gegen Stalin
    3. Die linksbolschewistische Opposition während der NEP
    4. Die linksmarxistische Opposition während der Zwangskollektivierung und Industrialisierung
    5. Stalins Vernichtung des Linksbolschewismus
    6. Oppositionelle marxistische Gruppen nach dem Zweiten Weltkrieg

    Wir veröffentlichen hier einen Auszug aus der Broschüre „Der Marxismus und die Sowjetunion“ Kapitel „Der Marxismus zwischen antikapitalistischer Kritik und staatskapitalistischer Ideologieproduktion“.

    1. Der Marxismus zwischen antikapitalistischer Kritik und staatskapitalistischer Ideologieproduktion

    Die materialistisch-dialektische Analyse und Kritik des Kapitalismus ist die revolutionärste Tendenz des Marxismus. Folgt mensch dieser Tendenz kann mensch die UdSSR nicht anders als ein staatskapitalistisch-reaktionäres Regime analysieren. Für proletarische RevolutionärInnen ist die Marxsche Wert- und Mehrwerttheorie der Kern ihrer Kapitalismuskritik, mit deren Hilfe sie auch die untergegangene Sowjetunion analysieren können. Wir wollen hier deshalb die Marxsche Wert- und Mehrwerttheorie – mit einigen Verbesserungen versehen – kurz skizzieren. Danach wollen wir kurz die wichtigsten Zitate von Marx und Engels angeben, mit deren Hilfe wir die Produktionsverhältnisse in der UdSSR als staatskapitalistisch analysierten. Anschließend fassen wir durch Zitate aus unserer Broschüre Der sowjetische Staatskapitalismus und Imperialismus unsere Analyse kurz zusammen.
    Kapitalistische Produktion ist Warenproduktion. Warenproduktion heißt, dass nicht in erster Linie und unmittelbar für die eigenen individuellen und kollektiven Bedürfnisse produziert wird, sondern für einen anonymen Markt. Die von den verschiedenen WarenproduzentInnen hergestellten Güter werden dort verkauft und gekauft. Ware tauscht sich dabei in Geld und Geld in Ware. Warenproduktion ist also Produktion für den Austausch durch voneinander getrennte WarenproduzentInnen. Jede/r Warenproduzent/in ist in seiner/ihrer Produktionsstätte fast absolut unabhängig. Erst auf dem Markt, durch den Austausch wird die individuelle Produktion gesellschaftlich, dadurch, dass die Ware gekauft und verkauft wird.
    Ware verwandelt sich dabei in Geld und Geld in Ware. Was ist Geld? Geld ist der selbständige Wertausdruck einer Ware. Zum Beispiel kostet ein Kugelschreiber 2 Euro. Doch was ist der Wert einer Ware, der durch den Geldausdruck eher mystifiziert und verschleiert wird? Der Wert einer Ware ist ihre durchschnittliche gesellschaftlich notwendige Herstellungszeit. Geld wurde durch die Warenproduktion zum verschlüsselten Ausdruck von Arbeitszeit. Denn was kostet jede menschliche Produktion in jeder gesellschaftlichen Produktionsweise? Richtig, Kraft und Zeit. So ist es auch im Kapitalismus, nur wird dieser Fakt eben in Geld ausgedrückt. Der Preis ist der Geldausdruck des Tauschwertes, der selbst nichts anderes darstellt als die durchschnittliche gesellschaftlich notwendige Herstellungszeit einer Ware. Aber Preise und Werte stimmen in der Praxis der kapitalistischen Warenproduktion nur selten und durch Zufall überein, weil der Preis einer Ware auch durch Angebot und Nachfrage auf den verschiedenen Märkten bestimmt wird, also real entweder über oder unter ihrem Wert liegt. Die Werttheorie erklärt aber das Wesentliche eines Preises unabhängig von Marktschwankungen. Sie erklärt das Geld als einen kapitalistischen Ausdruck der Arbeitszeit.

    (mehr …)
  • Neue Broschüre: Schriften zur russischen Revolution (1917-1921)

    Unsere zweite Broschüre der Trilogie über die Sowjetunion ist da. Die Broschüre „Schriften zur russischen Revolution (1917-1921)“ von Soziale Befreiung (Hg.) (ca. 113 Seiten) könnt Ihr für 5-€(inkl. Porto) hier über Onlinemarktplatz für Bücher booklooker.de bestellen.

    Inhalt

    Einleitung

    Klassenkämpfe in Sowjetrussland (1917-1921)

    1. Klassenkämpfe im zaristischen Russland
    2. Die Februarrevolution
    3. Von der Februar- zur Oktoberrevolution
    4. Die staatskapitalistische Reaktion gegen die proletarische Selbstorganisation
    5. Kronstadt und die Dekadenz des Parteimarxismus

    Der BürgerInnen- und imperialistische Interventionskrieg (1918-1921)

    1. Die damalige und die heutige sozialrevolutionäre Sicht
    2. Staatskapitalistische Reaktion gegen privatkapitalistische Reaktion
    3. Bolschewistische Parteidiktatur und BürgerInnenkrieg
    4. „Kriegskommunismus“
    5. Sowjetrussischer Imperialismus in der Ukraine
    6. Sowjetrussischer Imperialismus in Georgien

    Die „Kommunistische“ Internationale gegen das Weltproletariat

    1. Die „Kommunistische“ Internationale als Teil der globalen Sozialreaktion
    2. Moskau gegen die „Ultralinken“
    3. Die „K“PD im Jahre 1923

    Wir veröffentlichen hier einen Auszug aus der Broschüre „Schriften zur russischen Revolution (1917-1921)“ Kapitel „Sowjetrussischer Imperialismus in der Ukraine“ über die Machno-Bewegung.

    Der BürgerInnen- und imperialistische Interventionskrieg (1918-1921)

    5. Sowjetrussischer Imperialismus in der Ukraine

    Die UdSSR muss von proletarischen RevolutionärInnen als ein staatskapitalistisch-imperialistisches Land bezeichnet werden. Dieser sowjetische Imperialismus war von Anfang an in der Regel defensiv gegenüber starken Fraktionen der Welt-Bourgeoisie – nur gegenüber schwachen bürgerlichen Staaten wurde er offensiv. Und er bildete sich schon unter Lenin und Trotzki heraus und nicht erst unter Stalin.
    Ein besonders ekelhafter Ausdruck des sowjetrussischen Imperialismus war die Zerschlagung der kleinbäuerlich-landproletarischen Machno-Bewegung in der Ukraine durch die Rote Armee. Hier waren die Bolschewiki sehr schwach. Die Oktoberrevolution setzte sich in der Ukraine erst zwischen November 1917 und Januar 1918 durch. Bis dahin herrschte dort die bürgerlich-nationalistische Petljura-Regierung, gegen den der leninistische Parteiapparat nicht revolutionär, sondern bürokratisch-militärisch in Form der Roten Armee vorging. Doch es entwickelte sich in der Ukraine auch eine kleinbäuerlich-landproletarische Bewegung, die unabhängig von der bolschewistischen Partei war und gegen alle adeligen und bürgerlichen Kräfte – einschließlich des Partei-„Kommunismus“ – einen Partisanenkrieg führte. Sie kontrollierte länger als drei Jahre ein Gebiet von 70 000 km2, auf dem eine Bevölkerung von über 7 Millionen Menschen lebten. Diese Bewegung konnte sich auch eine Zeit lang halten, als die Bolschewiki sich militärisch in der Ukraine festigten. Sie enteignete die Großgrundbesitzer und Großbauern und vergesellschaftete teilweise Produktionsmittel, Werkzeuge und Landbenutzung. Der ideologische Überbau dieser Bewegung war der Anarchismus. (mehr …)

  • Streiks und ArbeiterInnenaufstände in der Sowjetunion


    Streikende ArbeiterInnen im Juni 1962 in Nowotscherkassk
    Wir veröffentlichen hier einen Auszug aus der Broschüre „Der sowjetische Staatskapitalismus und Imperialismus (1917-1991)“ über die Streiks und ArbeiterInnenaufstände in der UdSSR. Die Broschüre könnt Ihr für 5-€ (inkl. Porto) über Onlinemarktplatz für Bücher booklooker.de bestellen.

    Wir widmen uns jetzt den radikalsten Ausläufern des proletarischen Klassenkampfes in der Sowjetunion, den Streiks und ArbeiterInnenaufständen. Dabei stützen wir uns auf folgende Quellen: Tony Cliff, Staatskapitalismus in Russland, SAG, Frankfurt/Main 1975, das sozialdemokratisch-antikommunistische Werk von Arnold Schwendtke (Hg.), Arbeiteropposition in der Sowjetunion. Die Anfänge autonomer Gewerkschaften. Dokumente und Analysen, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg 1980 und auf Siegfried Jenkner, „Der Bazillus der Freiheit wandert über den Archipel GULAG“ –Streiks und Aufstände in sowjetischen Zwangsarbeitslagern, überarbeitete Fassung eines Vortrages beim Jahrestreffen der Lagergemeinschaft Workuta im Mai 2004 in Hirschberg/Weinstraße, http: //www.gulag.memorial.de.//pdf/jenkner_streiks.pdf. Diese kleine Chronik ist selbstverständlich nicht vollständig.
    In den ersten Jahren nach der Russischen Revolution (1917-1921) und vor der forcierten ursprünglichen staatskapitalistischen Industrialisierung streikten die ArbeiterInnen noch. Im Jahre 1922 streikten 192 000 Lohnabhängige in staatseigenen Betrieben, 1923: 165 000, 1924: 43 000, 1925: 34 000, 1926: 32 900, 1927: 20 000 und in der ersten Jahreshälfte von 1928: 8900. Die abnehmenden Zahlen zeigen die wachsende Demoralisierung des sowjetischen Proletariats angesichts der triumphierenden staatskapitalistischen Sozialreaktion. Über Streiks der „freien“ ArbeiterInnen außerhalb der Zwangsarbeitslager in den 1930er und 1940er Jahren ist uns nichts bekannt. Das heißt aber nicht, dass es sie nicht gegeben hat. Allerdings ist davon auszugehen, dass der aktive und offensichtliche Widerstand zur Zeit des großen Terrors der forcierten ursprünglichen staatskapitalistischen Industrialisierung relativ gering war. (mehr …)

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